Medienmitteilung April - Langohrfledermaus im Jahr der Fledermaus

Langohr-Fledermaus des Monats April

  • Dominique Haiden
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Medienmitteilung April - Langohrfledermaus im Jahr der FledermausIn der Schweiz sind bis heute 30 Fledermausarten bekannt. Dies entspricht einem Drittel der wildlebenden einheimischen Säugetierarten. Viele Fledermausarten sind gefährdet, einige vom Aussterben bedroht und eine Art gilt bereits als ausgestorben. Darum sind alle einheimischen Fledermausarten bundesrechtlich geschützt. Anlässlich des „Jahr der Fledermaus“ stellt die Stiftung Fledermausschutz nun jeden Monat eine Fledermausart vor. Fledermaus des Monats April ist das Langohr.

Langohren sind ganz spezielle Fledermäuse. Ihr Körper misst kaum 4 cm doch die Ohren sind beinahe nochmals so lang. Mit diesen hören sie zehnmal besser als Menschen. Mit den grossen Kulleraugen finden sie sich auch im Dämmerlicht zurecht und mit den extrem breiten Flügeln können sie an Ort in der Luft stehen bleiben. Auch Langohren scannen die Umgebung mit Ultraschallrufen ab, doch ihre Spezialität ist es, die Beuteinsekten direkt anhand derer Krabbelgeräusche zu finden.

Auf dem Speisezettel der Langohrfledermäuse stehen Nachtfalter, Raupen und „Ohremüggel“. Mit grossen Faltern fliegen sie an einen sogenannten Frassplatz wo sie im Hängen den energiereichen Insektenkörper verzehren, doch nicht verwertbarer „Ballast“ wie Flügel, Beine, Kopf und Fühler zu Boden fallen lassen. Anhand dieser Beutereste können Wissenschaftler die Jagdgewohnheiten erforschen. Die Flugwege ins Jagdgebiet haben sie dank Tieren mit Senderrucksack herausgefunden. Oft jagen Langohren in Wäldern aber auch in Parkanlagen um alleinstehende Einzelbäume und in grossen Obstgärten, meist kaum mehr als 500 Meter entfernt von ihrem Schlafplatz. Dieser befindet sich oft in einer Baumhöhle oder in einem Dachstock.

Die drei in der Schweiz vorkommenden Langohrfledermausarten stehen arg unter Druck, denn die Zersiedelung, das Verschwinden von Feldgehölzen und Obstgärten und ganz besonders die Zerstückelung der Landschaft durch Strassen zerstören die Jagdflugräume. Wegen intensiver Landwirtschaft mit viel Dünger- und Pestizideinsatz nimmt auch die Biomasse der Beuteinsekten ab.

Weitere Informationen

Stiftung Fledermausschutz

Bild: www.fledermausschutz.ch

1 Kommentar

  • Sylvia

    Hallo! Heute, am 25.7.2011 so ein Tier in Ascona, Tessin, reglos am Boden gefunden. Leider sieht und kümmert sich hier fast kein Mensch um solche Tiere, halt auch generell. Vielleicht war ich zu spät, als ich es fand..Ich hoffe, es lebt noch, ist wunderschön anzusehen und scheint unverletzt. Bin in Kontakt mit der Station.

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