Eine neue Fledermaus wurde in der Schweiz entdeckt: Die Myotis crypticus
Die Fledermaus (Myotis crypticus) kommt auch in der Schweiz vor. © Manuel Ruedi [CC BY-SA 4.0], via wikimedia commons

Neue Fledermausart in der Schweiz

  • Redaktion Naturschutz
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In den bewaldeten Gebieten Europas wurde eine neue Fledermausart entdeckt. Sie kommt auch in der Schweiz vor, in den Kantonen St. Gallen, Thurgau und im Tessin. Sie trägt den wissenschaftlichen Namen Myotis crypticus.

Artikel aus CH-Wildinfo 2/2019.

Nach mehrjähriger Arbeit wurde die Art in der Zeitschrift Acta Chiropterlogica erstmalig beschrieben. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom Zentrum der iberischen Halbinsel über Südfrankreich, Italien (inkl. Sizilien), den Alpen bis nach Slowenien. In der Schweiz wurden bisher nur 2 Wochenstuben nachgewiesen, eine im Toggenburg (SG) und eine im Tessin. Weitere Nachweise stammen aus dem Thurgau und dem Waadtländer Jura.

Myotis crypticus ist eine mittelgrosse Fledermausart und eng verwandt mit der hierzulande vorkommenden und weit verbreiteten Fransenfledermaus. Aufgrund von Schädelmerkmalen können die beiden Arten nur mit aufwendigen Verfahren voneinander unterschieden werden, weshalb sie so lange unentdeckt blieb. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die beiden Arten mit genetischen Methoden voneinander zu unterscheiden. Es ist noch unklar, ob die beiden Arten nebeneinander vorkommen oder ob sie sich meiden. Die Lebensweise scheint jedenfalls sehr ähnlich.

Bedeutung für den Fledermausschutz

Da Myotis crypticus sehr selten in der Schweiz vorzukommen scheint, ist die potentielle Bedrohung grundsätzlich gross und die nachgewiesenen Wochenstuben müssen streng geschützt werden. Für eine abschliessende Beurteilung sind jedoch weitere Untersuchungen zum Vorkommen und zur Biologie notwendig.

Der Originaltext stammt von www.fledermausschutz.ch.

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