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Landwirtschaft & Natur

  • Gavino Strebel
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landwirtschaft_alpenDie Bauern im Kanton Bern sollen vermehrt auf eine nachhaltige Produktion setzen. Mit ihrer neuen Strategie will die Kantonsregierung Landwirtschaft und Natur besser vernetzen.

„Ökologie und Wettbewerbsfähigkeit müssen sich gegenseitig befruchten“, sagte der bernische Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher am 21. Dezember vor den Medien. Für die neue Strategie 2014 des Amts für Landwirtschaft und Natur (LANAT) stehe deshalb die Vernetzung dieser beiden Felder im Zentrum. Die Erfahrung habe gezeigt, dass jene Bauern, die auf Qualität setzten, auf dem Markt erfolgreich seien, sagte Rickenbacher.

Zum Beispiel seien landwirtschaftliche Betriebe, die sich vertraglich zur nachhaltigen Pflege einer Trockenwiese verpflichtet hätten, bei der Vermarktung ihrer Produkte im Vorteil. Landwirtschaft und Natur bildeten eine Schicksalsgemeinschaft. Deshalb setzt Rickenbacher im Kanton zwei Oberziele: die Förderung einer konkurrenzfähigen und nachhaltigen Landwirtschaft sowie die Artenvielfalt.

Die wirtschaftliche Situation der Bauern sei nach wie vor schwierig, räumte Rickenbacher ein. „Die vorhergesagten Schwankungen der Agrarpreise sind harte Realität geworden.“ Vor allem bei den Preisen von Ackerfrüchten und Milchprodukten sei ein Abwärtstrend festzustellen. „Aber auch die Natur schreibt rote Zahlen“, fügte er an. Das Verschwinden der Arten habe zwar gestoppt, aber nicht verlangsamt werden können. Dazu komme der kontinuierliche Landverbrauch durch die Bedürfnisse der Menschen. Das heisse nun aber nicht, dass die Bauern die Zeche bezahlen müssten, sagte Rickenbacher zur neuen LANAT-Strategie. Auch die übrige Bevölkerung müsse auf die Natur Rücksicht nehmen. Hierzu gebe es ebenfalls Projekte, die etwa die touristische Erschliessung gewisser Gebiete einschränkten.

Die einheimischen Bauern tragen diese nachhaltige Strategie mit, wie Walter Balmer sagte, Präsident der Landwirtschaftlichen Organisation Bern. Allerdings wäre das nachhaltige Konzept kaum vereinbar mit einem Freihandel, wie ihn der Bund vorsehe, sagte Balmer. Der Kanton Bern müsste somit in Bezug auf Direktzahlungen und Grenzschutz auf Bundesebene Einfluss nehmen.

LID

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