Zusammenarbeit im Wasserbereich

  • Corinna von Kürthy
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Die nachhaltige Bewirtschaftung der Ressource Wasser ist eine der grössten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Weltweit haben heute 783 Millionen Menschen keinen Zugang zu sau- berem Trinkwasser und 2,5 Milliarden keine oder ungenügende sanitäre Anlagen. Mehr als 80 Prozent der Abwässer gelangen unbehandelt in Gewässer.

Die UNO hat das Jahr 2013 zum Internationalen Jahr der Zusammenarbeit im Bereich Wasser erklärt. Wie das Bundesamt für Umwelt BAFU berichtet, wird sich auch die Schweiz in verschiedenen nationalen und internationalen Projekten engagieren. Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA und das Bundesamt für Umwelt BAFU wollen gemeinsam auf das Internationale Jahr der Zusammenarbeit im Bereich Wasser aufmerksam machen und mit verschiedenen Aktivitäten die dahinter stehenden Zusammenhänge aufzeigen.

Den Auftakt bildet der Weltwassertag vom 22. März 2013. Wasser-Agenda 21, ein Zusammenschluss bedeutender Akteure der Schweizer Wasserwirtschaft, und das BAFU organisieren aus diesem Anlass in Bern eine Tagung unter dem Titel „Wasser überwindet Grenzen“. Ständeratspräsident Filippo Lombardi wird über die Entwicklung des kürzlich revidierten Gewässer- schutzgesetzes und die Bedeutung der Wasserakteure bei der Energiestrategie sprechen.

Die internationale Gemeinschaft, die Schweiz eingeschlossen, unternimmt bereits grosse Anstrengungen zur Lösung der globalen Wasserprobleme. Nötig ist aber auch das Engagement von Gemeinden, Wasserwerken, Firmen, Kunstschaffenden, Unternehmer/innen und Forschenden. In einer Broschüre mit dem Titel „Join the movement“ stellt die DEZA Plattformen vor, die zur Lösung von Wasserproblemen in Entwicklungsländern beitragen:

• Swiss Water Partnership
• Solidarit’eau Suisse
• Centre for Water Management Services, CEWAS
• Swiss BlueTec Bridge 

Auch in der Schweiz braucht es Anstrengungen, um das Wasser nachhaltig zu nutzen. Viele Gemeinden stehen bei der Bewirtschaftung der verschiedenen Wasserbereiche vor neuen, komplexen Aufgaben. Trinkwasserversorgung, Abwasser- entsorgung, Hochwasserschutz, Renaturierungen, Wasserkraftnutzung, Landwirtschaft: Alle diese Ansprüche und Interessen sind mit einer integralen Bewirtschaftung des Wassers in seinem Einzugsgebiet unter einen Hut zu bringen.

Ein so genannter Wasserkompass für die Gemeinden, der vom BAFU initiiert wurde, soll bei dieser Herausforderung Orientierung geben. Er regt an, wann sich eine Gemeinde Gedanken zu einer Kooperation machen soll, in welchen Fällen sich eine Zusammenarbeit lohnt und wie man dabei vorgehen kann.

Der Wasserkompass steht allen Gemeinden in der Schweiz auf Deutsch, Französisch und Italienisch kostenlos zur Verfügung und kann in gedruckter Form bezogen werden oder ist als PDF im Internet erhältlich.

Bild: Thegreenj [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

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