Scholle

Lachs und Scholle

  • Stefanie Pfefferli
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Die Fischereiminister der EU haben festgelegt, wie viel Fisch 2012 in der Ostsee gefangen werden darf. Der WWF lobt die generelle Annäherung an wissenschaftliche Empfehlungen, kritisiert aber die Entscheidungen zu Lachs und Scholle, die trotz Kürzungen stark hinter den Kommissionsvorschlägen zurückbleiben.

„Die Fischereiminister unterlaufen mit solchen Entscheidungen die konstruktiven Vorlagen von Kommissarin Damanaki für eine wissenschaftsbasierte und zukunftsfähige Fischerei“, sagt Karoline Schacht, Fischereiexpertin des WWF. „Insbesondere die Fangmenge für Ostseelachs zeigt, dass die Minister immer noch kurzfristigen Interessen folgen, statt die Erholung der Fischbestände zu ermöglichen. Damit graben sie letztlich auch der Fischerei das Wasser ab.“ Um die Lachsbestände zu schützen, hatte die Kommission eine Kürzung der Fangmenge um fast 80 Prozent auf rund 53.000 Lachse vorgeschlagen. Doch die Minister haben die Fangmenge nur um die Hälfte  gekürzt. Der Ostseelachs wird hauptsächlich von den baltischen Staaten befischt, während deutsche Fischer vornehmlich Dorsch, Hering und Scholle fangen.

Die Schollenfischerei in der Ostsee hätte zu einem Präzedenzfall für einen neuen Vorsorgeansatz der EU-Fischereipolitik werden können. Die Kommission hatte angekündigt, bei erheblichem Datenmangel, wie er auch in der Schollenfischerei herrscht, die Höchstfangmengen pauschal um ein Viertel zu kürzen. „Wenn nicht genug Daten über Fischbestände vorliegen, muss man vom Schlimmsten ausgehen“, so Schacht. „Die Ministerentscheidung ignoriert den berechtigten Vorsorgeansatz und versäumt damit, die Mitgliedstaaten in die Pflicht zu nehmen, um endlich verlässliche Daten aus den Fischereien zu liefern.“ Festgesetzt wurde nur ein Minus von 5 Prozent.

Die Fangmenge für Dorsch aus der östlichen Ostsee wurde gemäss des geltenden Langzeitmanagementplans um 15 Prozent erhöht. Dank der langfristig ausgerichteten Bewirtschaftung konnte sich dieser Bestand in fünf Jahren mehr als verdreifachen. „Die Entwicklung des Dorschs in der östlichen Ostsee ist ein Paradebeispiel dafür, was eine gelungene Reform der Fischerei bewirken könnte: Hier dürfen die Fischer mit gutem Gewissen jedes Jahr mehr fangen, weil der Fischbestand kontinuierlich wächst“ so Schacht. „Dieses Erfolgsrezept muss die Fischereireform auf alle europäischen Fischbestände übertragen.“ Der Dorschbestand in der östlichen Ostsee auf etwa 309.000 Tonnen angewachsen, zuletzt war der Bestand vor 14 Jahren so gross.

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Bild: 4028mdk09 (Wikimedia Commons)

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