© von Roland zh (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons
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KVA von CO2-Emissionshandel ausgenommen

  • Roman Vonwil
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Die Schweizer Kehrichtverbrennungsanlagen (KVA) stossen grosse Mengen an CO2 aus. Knapp 5% des Ausstosses an Treibhausgasen in der Schweiz gehen auf das Konto der KVA. Das Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) hat nun mit deren Betreibern eine Vereinbarung über konkrete Reduktionsziele für den CO2-Ausstoss abgeschlossen. Erreicht werden können die Reduktionsziele unter anderem mit indirekten Emissionsverminderungen durch Metallrückgewinnung. Dafür werden sie vom Handel mit CO2-Emissionsrechten ausgenommen.

Mit dem Verbrennen von Siedlungsabfällen wurden in 30 Schweizer Kehrichtverbrennungsanlagen (KVA) im Jahr 2013 2,35 Millionen Tonnen Treibhausgase (gemessen in CO2-Äquivalenten) erzeugt. Dies entspricht knapp 5% des gesamtschweizerischen Ausstosses an Treibhausgasen, und stellt die KVA in die Kategorie der Unternehmen mit einem hohen Ausstoss an Treibhausgasen, die laut dem CO2-Gesetz obligatorisch am Schweizer Emissionshandelssystem teilnehmen müssen. 

Nun hat das UVEK mit den Betreibern der KVA eine Vereinbarung zur Reduktion der CO2-Emissionen aus der Abfallverbrennung um 200’000 Tonnen bis ins Jahr 2020 ausgehandelt. Dieses Ziel soll laut einer Pressemitteilung des UVEK vor allem durch die die effizientere Nutzung der in den KVA produzierten Energie und durch die vermehrte Rückgewinnung von Metallen erreicht werden, da sehr wenige Möglichkeiten zur direkten Verminderung der Emissionen aus der Abfallverbrennung bestehen. Die Emissionsreduktionen fallen somit nicht direkt bei der Kehrichtverbrennung an, sondern entstehen dadurch, dass anderweitig bei der Energieproduktion und der Metallgewinnung Emissionen eingespart werden. Diese Reduktionen müssen dann nach den in der Vereinbarung festgelegten Methoden mit den tatsächlichen Treibhausgasemissionen der KVA verrechnet werden. 

Mit dem Abschliessen der Vereinbarung verpflichtet sich das UVEK, die KVA-Betreiber vom Schweizer Handelssystem mit CO2-Emissionsrechten auszunehmen. Wie das BAFU auf Anfrage twitterte, besteht der Vorteil der Vereinbarung gegenüber einem Einbezug in das Emissionshandelssystem darin, dass damit mehr Anreize geboten werden, Massnahmen und Innovationen umzusetzen. Damit sind die Massnahmen zur indirekten Verminderung der Emissionen gemeint, die im Emissionshandelssystem nicht den KVA angerechnet werden könnten. 

Ein derartiger Ausschluss der KVA aus dem Emissionshandelssystem macht insofern Sinn, als dass die Möglichkeiten zur Reduktion des CO2-Ausstosses der KVA bei steigender Menge an Siedlungsabfällen tatsächlich sehr begrenzt sind. Wichtig sind deshalb auch weiterhin neue Ansätze und Strategien, die in erster Linie darauf abzielen, die Abfallmengen und damit die tatsächlichen Emissionen der KVA zu reduzieren.

 

1 Kommentar

  • Dr. Peter Voser

    Kleiner Denkanstoss zu weniger Abfall verbrennen: In Berlin sammeln Menschen in Not PET-Flaschen, weil ein Depot drauf ist. Sie verdienen ein wenig zusätzliches Geld, weniger Abfall in der Umwelt und weniger in der KVA.

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