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Kein Neuschnee? Schnekanonen sind die Lösung der Bergbahnen. | © Darren Sweeney [CC-BY-SA-2.0], via Flickr

Kunstschnee: Kein Segen für die Umwelt

  • Amanda Buol
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Die weisse Pracht lässt jedes Jahr länger auf sich warten. Trotzdem eröffnen grossen Skigebiete immer früher. Immer mehr Betreiber setzen auf Kunstschnee. Mountain wilderness veröffentlichte nun eine Studie zum Ausmass der Beschneiung auf die Umwelt.

Skibegeisterte stehen schon vor den Weihnachtsferien Schlange an den Skiliften. Obwohl der Schnee auf sich warten lässt, sind die Pisten befahrbar dank Schneemaschinen, die bereits in kalten Oktober- und Novembernächten fleissig Schnee produzieren. Wie nun mountain wilderness schreibt, zeigt der Kunstschnee beträchtliche Ausmasse und Auswirkungen auf die Schweiz.

So sei nicht nur der Energie- und Wasserverbrauch ein zentrales Thema, sondern auch die landschaftlichen Eingriffe, die mit der künstlichen Beschneiung verbunden sind. 80 Speicherseen bestehen bereits, 18 weitere seien in Planung. Das Wasser wird von naheliegenden Bächen entnommen oder direkt aus dem Tal gepumpt. Damit nicht genug, denn um die Schneelanzen und -Kanonen betreiben zu können muss zusätzlich ein Leitungsnetz erstellt werden. Für eine effiziente Beschneiung sollte der Untergrund möglichst eben sein, was in umfangreichen Erdarbeiten endet. Diese Eingriffe können kaum rückgängig gemacht werden.

Der Wasserverbrauch für die Schneeproduktion ist enorm. Die bestehenden Speicherseen besitzen ein Volumen von 7 Mio. m³. In einer Wintersaison werden die Seen bis zu fünf Mal aufgefüllt. Reicht diese Menge nicht, wird zusätzliches Wasser aus Quellen und Bäche entnommen. Zusammengefasst: Der Gesamtverbrauch für Kunstschnee in einer Saison ist vergleichbar mit dem jährlichen Wasserverbrauch der Stadt Bern.

Trotz effizienter Beschneiungssysteme ist der Energieverbrauch riesig. Die Kosten für den beschneiten Pistenkilometer sind so hoch, dass bei jeder dritten Bergbahn die Gemeinde, Kanton oder der Bund einspringen muss.

Wegen des Klimawandels und der steigenden Schneefallgrenze fühlen sich die Bergbahnen gezwungen weiterhin künstlichen Schnee zu produzieren um die Regionalwirtschaft aufrecht zu erhalten. Diese Denkweise könnte jedoch für die Zukunft problematisch werden. Ganzjährige Tourismuskonzepte würde die Wirtschaft der Ferienregionen längerfristig sichern.

2 Kommentare

  • Andreas Diethelm

    Herr Wieser: Ich frag jetzt nicht, ob’s Ihnen 20 Jahre ins Hirn geschneit hat. Und auf den Unterschied zwischen kunstvoll und künstlich muss an dieser Stelle ja nicht eingegangen werden. Wenn’s mit blossem Auge nicht zu erkennen wäre, der Blick durch eine Lupe auf natürlichen Schnee und auf künstlichen würde es zeigen, oder eine Schneeballschlacht. Doch so genau wollen Sie’s vielleicht nicht wissen. Stattdessen ziehen Sie die bös abgegriffene Arbeitsplatzkarte. Die Zeiten ändern sich indessen und das Klima womöglich mit ihnen. Jede Volkswirtschaft ist strukturellen Veränderungen unterworfen. An Alpenpässen werden keine Zölle mehr erhoben, Hufschmiede sind nicht mehr so gefragt, Tuberkulose-Kliniken ebenso wenig, die Schriftenmalerei boomt auch nicht mehr so. Ein Anfang wäre in der Tat, sich zum Skipistentourismus Fragen zu stellen. Selber und Grundsätzliche. Und noch was: Die Studie lesen.

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  • Kurt Wieser

    Einmal mehr eines dieser zu Saisonanfang typisch-„dummen“ Elaborate von selbsternannten Weltrettern. Wo seit mehr als 20 Jahren die ewig-gleichen „Fragen“ gestellt werden. Die als solches auch schon tausend Mal beantwortet worden sind – was man eigentlich wissen müsste, wenn man sich seriös mit der Thematik beschäftigen würde.

    Daher gerne noch ein halbes Dutzend Mal: Wasser wird in der technischen Beschneiung (denn das Ganze hat weder im ästhetischen noch im materiellen Sinn irgendetwas mit „Kunst“ zu tun – allenfalls mit Physik) NICHT „verbraucht“ – in dem Sinne, dass es dann „weg“ ist (im Unterschied etwa zur Bewässerung in der Landwirtschaft).

    Sondern es dreht im Wasserkreislauf gewissermaßen eine „Ehrenrunde“: Was im Herbst und Winter als Schnee auf den Pisten aufgebracht wird, kommt im Frühjahr als ganz normales Schmelzwasser wieder herunter!

    Auch bei den Verbrauchsvergleichen mit irgendwelchen Städten sind nicht die Schneekanonen das Problem, sondern die Menschen: Denn in unseren Breitengraden verbraucht jeder Mensch täglich 150 l kostbarstes Trinkwasser – die Hälfte davon, um Stoffwechsel-Endprodukte wegzuspülen. In der „Sorge“ um unser kostbares Wasser steckt also auch viel Scheinheiligkeit.

    Zumal sich die Skigebiete ihr Wasser ohnehin selbst in Speicherteichen sammeln … und somit praktisch nicht auf den öffentlichen Wasserhaushalt zurückgreifen.

    Richtig ist, dass die technische Beschneiung viel Energie verbraucht. Aber die, die das entscheiden, brauchen keine ungebetenen Ratschläge. Denn sie wissen genau, was sie tun … und warum?!
    Denn aus volkswirtschaftlicher Sicht wäre es viel „teurer“, in den Wintersportregionen KEINEN Schnee zu haben. Denn das hieße: Keine Wirtschaft, keine Arbeitsplätze … und wohl auch keine Steuern, mit denen wahrscheinlich auch die eine oder andere „Studie“ finanziert wird.

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