Kühe sollen Gras fressen

  • Monika Jung
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KuhDer neue Greenpeace-Bericht „Sojaimporte Schweiz“ zeigt, dass Schweizer Nutztiere immer mehr Import-Soja fressen. Geschätzte 41% davon wird an Rindvieh verfüttert, obwohl eine Kuh ihren Nährstoffbedarf praktisch vollständig aus Wiesenfutter decken könnte.

Herr und Frau Schweizer konsumieren zu viel Fleisch, Milchprodukte und Eier, schreibt Greenpeace. Dazu braucht es einen hohen Nutztierbestand, was zu überdüngten Böden und Gewässern, einem Verlust an Pflanzen- und Tiervielfalt sowie Treibhausgasemissionen führt. Doch auf unseren heimischen Äckern wächst zu wenig Futter. Im Ausland braucht es fast noch einmal die ganze Ackerfläche der Schweiz (275’000 ha) um den Schweizer Futtermittelbedarf zu decken. Mittlerweile werden rund 250’000 Tonnen Soja importiert, die Menge hat sich seit 1990 verzehnfacht!

Der Greenpeace-Bericht deckt auf, weshalb immer mehr Soja verfüttert wird und wie die Importmenge reduziert werden könnte. Die Ausdehnung der Milch- und Geflügelproduktion, eine  leistungssteigernde Optimierung der Nutztierfütterung, sinkende Importpreise und das 2001 erlassene Tiermehlverbot hat zu einem wachsenden Sojafutterberg geführt.

Greenpeace kritisiert vor allem, dass ein hoher Anteil (41%) an Milchkühe, Kälber und Rinder verfüttert wird, obwohl Kühe ihren Nährstoffbedarf praktisch vollständig aus Weidegras, Heu und Gras-Silage decken könnten. Soja wird vor allem an auf hohe Milchleistungen gezüchtete Kühe verfüttert. Das grösste Potenzial zur Sojareduktion liegt in einer Rindviehfütterung, die an unsere natürlichen Grundlagen, nämlich Wiesen und Weiden, angepasst ist. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, es ist auch tiergerechter und vermindert die Überproduktion von Milch und Fleisch.

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Bild: Ikiwaner/wikimedia

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