Bild: Richard Bartz, Munich Makro Freak [CC-BY-SA-2.5], via Wikimedia Commons
Bild: Richard Bartz, Munich Makro Freak [CC-BY-SA-2.5], via Wikimedia Commons

Kühe als Klimaschützer?

  • Sophie Ryser
  • -

Kühe haben, was den Klimaschutz angeht, einen schlechten Ruf. Sie produzieren grosse Mengen Methan, ein Klimagas, welches schädlicher als Kohlendioxid (CO2) ist. Nutztiere sollen sogar für 18 Prozent der Treibhausgase verantwortlich sein. Sind Rinder also der Klimakiller Nummer eins?

Dies hängt nicht einfach von den Rindern ab, sondern von der Art, wie sie gehalten beziehungsweise gefüttert werden. Hochleistungskühe werden meist mit Soja, Mais und Getreide gefüttert. Um dieses anzubauen, werden grosse Flächen Ackerland benötigt. Oft wird dafür in Südamerika Regenwald gerodet. Wald würde viel grössere Mengen CO2 speichern als die Ackerflächen. Zudem werden sie meist mit synthetischem Stickstoffdünger gedüngt, wobei Lachgas (N2O) freigesetzt wird. Dieses gilt als 296-mal so klimaschädlich wie CO2. Das Problem hierbei ist, dass Futter und Rinder an verschiedenen Orten produziert werden. Denn eigentlich könnte die Gülle der Tiere verwendet werden, um die Futterpflanzen zu düngen. So aber muss synthetischer Dünger eingesetzt werden, und bei uns werden die Böden durch die viele Gülle überdüngt.

Mit Getreide und Soja werden Kühe nicht artgerecht gefüttert. Als Wiederkäuer sind sie darauf eingestellt, aus Gras und Heu möglichst viel Energie herauszuholen. Auf einer Mais-Diät verändert sich die Mikrobenfauna im Magen, anschliessend können sie Gras nicht mehr so gut verwerten.

Weltweit sind 40 Prozent der Landfläche mit Grasland bedeckt. Diese Wiesen speichern sehr viel CO2. Grasland ist in Koevolution mit Tieren, besonders Wiederkäuern wie den Rindern entstanden. Beim Weiden lösen sie beim Gras einen Wachstumsimpuls aus. Das heisst, dass durch Beweidung das Gras schneller nachwächst und auch mehr Humus gebildet werden kann. Und Humus wiederum speichert auch grosse Mengen an CO2. Ein Argument hierbei ist oft, dass auf diesen Flächen besser Ackerbau für den Menschen betrieben werden sollte, anstatt Weiden daraus zu machen. Aber erstens wird beim Umpflügen wieder sehr viel CO2 freigesetzt. Zweitens wäre auf vielen dieser Böden gar kein Ackerbau möglich, da sie zu trocken, zu nass oder zu steil sind. Somit sind sie ideal, um Rinder weiden zu lassen.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass Kühe das Klima schützen können, wenn sie richtig gehalten werden. Wenn sie auf Grünflächen weiden, welche sowieso nicht zum Ackerbau verwendet werden können, werden dadurch Regenwald und Ressourcen geschont, zudem wird CO2 im Boden gespeichert. Diese Kühe produzieren zwar in der gleichen Zeit im Normalfall weniger Milch und Fleisch als Hochleistungskühe, allerdings leben sie auch länger. Klimatechnisch schneiden die Kühe auf der Weide deshalb schlussendlich besser ab.

Weitere Informationen

Beitrag kommentieren