Küsnacht ZH: innert 150 Jahren ein Viertel der Pflanzenarten ausgestorben

  • Redaktion Naturschutz
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In der Zürcher Gemeinde Küsnacht sind in den letzten 150 Jahren mehr als 160 Pflanzenarten verschwunden. Das konnten Forschende der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL nachweisen. Die Forschenden verglichen ein Herbarium aus den Jahren 1893-1915 sowie alte Literaturangaben mit neuen Pflanzenaufnahmen aus den Jahren 1995-2003. Etwa ein Viertel der ursprünglichen Flora ist verschwunden. Das Gemeindegebiet von Küsnacht zählt heute rund 660 Pflanzenarten und ist damit immer noch artenreich, allerdings hat sich seine Flora stark verändert: In den letzten Jahrzehnten sind zahlreiche Pflanzenarten verschwunden, die in der Schweiz gefährdet und für seltene Lebensräume wie magere Wiesen und Moore charakteristisch sind.
Die Hauptursache für diesen Verlust ist laut der WSL die drastische Veränderung der Landschaft und ihrer Nutzung, wie der Vergleich alter Siegfriedkarten von 1881 mit aktuellen Karten der Schweizer Landestopographie aus den Jahren 2003-2004 zeigt: Das Siedlungsgebiet dehnte sich um 76% aus, während das Landwirtschaftsland um 33% und die Moor- und Sumpfflächen um 73% schrumpften. Dadurch gingen für zahlreiche Pflanzen wichtige Lebensräume verloren. Die Qualität vieler der übrig gebliebenen Flächen verschlechterte sich. So wurden zahlreiche Feuchtwiesen entwässert und viele magere Wiesen gedüngt.
Der lokale Verlust an Arten in der Gemeinde Küsnacht widerspiegelt laut den Forschern die Gefährdung der Pflanzenvielfalt in weiten Teilen des Mittellands. Die Autoren halten fest, dass Massnahmen dringend notwendig sind, die dem Verlust der Artenvielfalt entgegenwirken. (sb)

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