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Vor allem der Gewässerraum der Kleingewässer soll nicht mehr geschützt werden.

Kritische Stimmen zur Revision der Gewässerschutzverordnung

  • Amanda Buol
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Im Rahmen des Verordnungspakets „Umwelt Frühling 2017“ konnte unter anderem auch zur Revision der Gewässerschutzverordnung Stellung genommen werden. Stimmen aus dem Umweltschutz und der Wissenschaft kritisieren die vorgeschlagene Änderung des Bundes. So ziele die Revisionauf eine weitere Abschwächung des Gewässerschutzes ab.

Bis am 15. September 2016 konnte im Rahmen des Verordnungspakets „Umwelt Frühling 2017“ zur Revision der Gewässerschutzverordnung Stellung genommen werden. Dabei schlägt der aktuelle Entwurf einen grösseren Spielraum bei der Ausscheidung des Gewässerraumes vor. Bei kleinen Gewässern solle auf eine Gewässerraum verzichtet werden. Bei überwiegendem Interesse dürfe der Bau von gewässernutzenden Kleinanlagen bewilligt und der Handlungsspielraum in bereits bebauten Gebiete ausgedehnt werden.

Der Umweltverband Aqua Viva und die Akademien der Wissenschaften Schweiz kritisieren die Änderungen in ihren Stellungnahmen sehr. Der Gewässerraum, der erst seit 2011 von den Kantonen ausgeschieden werden müsse, sei wichtig für die Trinkwasserqualität, den Hochwasserschutz und die Biodiversität, so die Akademien der Wissenschaften Schweiz. So zählen gerade Kleingewässer zu den bedrohtesten Lebensräume und müssen weiterhin geschützt werden.

Auch die Umweltallianz sieht im Vorschlag der Revision eine Abschwächung der Gewässerschutzbestimmungen. Seit dem Rückzug der Initiative „Lebendiges Wasser“ sei der damalig erarbeitete Gegenvorschlag ständig verwässert worden. Die Naturschutzorganisation Aqua Viva bemängelt die Formulierungen der vorgeschlagenen Änderungen der Gewässerschutzverordnung als ungenau und schwammig. Deshalb spreche sie sich vehement gegen die Änderungen aus.

Die einzelnen Stellungnahmen können Sie hier nachlesen:

Akademien der Wissenschaften Schweiz

Aqua Viva

Umweltallianz

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