© Michael Wahl CC BY-SA 2.0, via Flickr
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Kritik an Qualitäts-beiträgen widerlegt

  • Judith Schärer
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Im letzten Jahr wurden aufgrund des weiterentwickelten Direktzahlungssystems die so genannten Landschaftsqualitätsbeiträge LQB geschaffen. Seit ihrer Einführung wurden diese an verschiedenen Fronten heftig diskutiert und teilweise kritisiert. Völlig unbegründet, wie nun neue Erkenntnisse zeigen.

Die Schweiz hat eine grosse Vielfalt an Landschaften auf engstem Raum, welche unbedingt erhalten werden muss. Die Landschaftsqualitätsbeiträge bieten hier Hand an, indem sie zum Beispiel einen ausschlaggebenden finanziellen Beitrag an den Unterhalt von Hochstammbäumen liefern. Weitere detailliertere Informationen zum Konzept und dessen Umsetzung finden Sie im Artikel „Landschaftsqualität im Kanton Zürich“ vom April diesen Jahres.

Hohe Beteiligung

Erst vor kurzem gestartet, sind die LQB bereits auf Erfolgskurs – insgesamt sind in diesem Jahr bereits gesamtschweizerisch 111 Projekte in Umsetzung. Diese können alle auf der Internetseite des Bundesamtes für Landwirtschaft eingesehen werden. Die unerwartet hohe Beteiligung zeigt das Interesse der Regionen, ihre spezifischen landschaftlichen Qualitäten zu wahren. In den verschiedenen Regionen wurden im Dialog zwischen den verschiedenen Akteuren der Landschaft (Landwirtschaft, Natur- und Landschaftsschutz, Forst sowie kantonale Fachstellen) die Fördermassnahmen ausgearbeitet. Mit diesem Prozess ist bereits ein wichtiges Ziel des Instruments erreicht: Das Aufgreifen des Themas Landschaft mit ihren regionalen Besonderheiten.

Neue Studie bestätigt das Konzept

Eine von der Stiftung Landschaftsschutz betraute Bachelor-Arbeit der ETH Zürich kommt zum Schluss, dass diese intensivierte Zusammenarbeit einen grossen Gewinn für alle Beteiligten sei, insbesondere für die Landschaft selbst. Weiter geht aus der Studie hervor, dass mit den LQB der Rückgang der Strukturen in der Kulturlandschaft zumindest gebremst, allenfalls sogar gestoppt oder rückgängig gemacht werden könnte. Diese Aussagen zeigen deutlich, dass die LQB ein vielversprechendes Instrument für den Erhalt unserer vielfältigen Landschaften ist. Die drei untersuchten Regionen zeigen, dass die Beteiligung an LQ-Massnahmen von Seiten der Landwirte gross ist. Die Stiftung Landschaftsschutz sieht deshalb die Weiterentwicklung – anstelle einer Abschaffung – des neu eingeführten Konzeptes als gewinnbringend für die Landwirte und die Landschaftsqualität.

Abbruch kommt nicht in Frage

Ein Übungsabbruch, wie ihn die SVP mit der Motion Knecht fordert, wäre laut der Stiftung Landschaftsschutz eine pure Verschwendung von Steuergeldern. Zudem missachte Nationalrat Knecht mit seiner Forderung einen deutlichen Mehrheitsentscheid des Parlaments und demontiere die Motivation der Landwirte an der Basis, welche ihre Projekte aufgegleist haben. Die Stiftung Landschaftsschutz liess deshalb verlauten, sie setze sich mit ihren zur Verfügung stehenden Mitteln für den Erhalt der LQB ein.

„Wir sind überzeugt, dass dieses Instrument zur Förderung unserer landschaftlichen Vielfalt unabdingbar ist. Dies in Anbetracht der weiterhin arg unter Druck stehenden Kultur- und Naturlandschaften.“

Raimund Rodewald, Stiftung Landschaftsschutz

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