Kritik an erhöhten Trassenpreisen

  • Dominique Haiden
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Für das Befahren des Schweizer Schienennetzes müssen Züge einen Preis für jene Kosten bezahlen, die sie direkt verursachen. Auf Grund der steigenden Unterhaltskosten und der Teuerung, hat der Bundesrat beschlossen die heutigen Trassenpreise per 1. Januar 2013 zu erhöhen. Dies führt zu zusätzlichen Einnahmen in Höhe von 200 Millionen Franken. Die daraus resultierenden Mehrkosten für die Bahn sollen auf die Kundschaft überwälzt werden, was zu wesentlich höheren Ticketpreisen führen wird. Der VCS Verkehr-Club der Schweiz hat kein Verständnis für die Entscheidung des Bundesrats und befürchtet, dass wieder mehr Pendler das Auto, anstelle der umweltgerechten aber teuren Bahn, benutzen werden.

Der bundesrätliche Gegenvorschlag zur VCS-Initiative „Für den öffentlichen Verkehr“ wurde noch nicht einmal vom Parlament diskutiert. Trotzdem hat der Bundesrat am Mittwoch bereits eine Massnahme dieses Gegenvorschlags, die Erhöhung der Trassenpreise, beschlossen. Für den VCS kommt dieser Beschluss übereilt. Der Bundesrat riskiere mit seinem Vorpreschen, die künftige Finanzierung des öffentlichen Verkehrs in den Sand zu setzen.

Weiter nehme der Bundesrat mit dieser einseitigen Verteuerung bewusst in Kauf, dass künftig wieder mehr Bahnreisende aufs Auto umsteigen. Wenn die SBB die Erhöhung der Trassenpreise vollumfänglich auf die Kundschaft überwälzt, wird das Bahn fahren in den nächsten zwei Jahren um 6 bis 9 Prozent teurer. Mit einer derartigen Verkehrspolitik wird der Bundesrat die Klimaziele kaum erreichen: Rund 40 Prozent der CO2-Emissionen in der Schweiz entfallen auf den Strassenverkehr. Angesichts dessen ist es für den VCS  völlig unverständlich, wenn der Bundesrat das Bahnfahren einseitig verteuert, ohne gleichzeitig lenkende Massnahmen im Strassenverkehr in die Wege zu leiten.

Der VCS appelliert deshalb an die Transportunternehmen, die Erhöhung der Trassenpreise nicht vollumfänglich auf die Kundschaft zu überwälzen. Schlagen die Transportunternehmen diese Mehrkosten voll auf die Billettpreise um, steigen die Tarife im Regionalverkehr bis 2013 um 6,6 Prozent und im Fernverkehr um 9,3 Prozent. Hinzu kommen jene Preiserhöhungen, welche die SBB planen, um den Kauf von Rollmaterial zu finanzieren. Insgesamt würden die Billettpreise im Regionalverkehr damit um 8 Prozent und im Fernverkehr um 11 Prozent bis 2013 steigen.

Weitere Informationen

VCS Verkehrs-Club der Schweiz

Bundesamt für Verkehr BAV

Bild: sta92 (Wikimedia Commons)

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