Kritik an Bären-Tötung im Wildpark Langenberg

  • Redaktion Naturschutz
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Die Leitung des Wildparks Langenberg bei Zürich hat letzthin bekannt gegeben, dass sie einen vierjährigen Bären eingeschläfert hat. Grund dafür ist, dass das Bärenweibchen im selben Gehege im Januar Nachwuchs bekommen hat. Der vierjährige Bär hätte die Neugeborenen gefährdet.

Die Aufzucht von jungen Bären ist laut dem Wildpark Langenberg nicht möglich, wenn ein älterer Bär anwesend ist. In der Wildnis würden solche Männchen vertrieben, sobald sie geschlechtsreif seien. Dies sei jedoch im Tierpark nicht möglich. Nachdem man lange nach einem Platz in einem anderen Zoo gesucht und keinen gefunden habe, habe man den Bären einschläfern müssen. Eine Sterilisation der Bärin kam nicht in Frage: „Es gehört zu einer naturnahen Haltung, dass die erwachsenen Tiere Nachwuchs zeugen und aufziehen können“, wird der Wildpark in der NZZ zitiert.

Die  Tierschutzorganisation Vier Pfoten kritisiert nun die Tötung des Braunbären.  „Vier Pfoten betreibt drei Bärenparks für Tiere in Not. Bei uns hat sich niemand vom Wildnispark Zürich Langenberg gemeldet und nach einem Platz für den Jungbären gefragt“, sagt Carsten Hertwig, Bären-Experte von Vier Pfoten. „Wir müssen daher davon ausgehen, dass die Betreiber des Wildnisparks nicht intensiv genug nach einem Platz für das Tier gesucht haben, sondern dass vielmehr das Töten des Nachwuchses in die Zucht mit einkalkuliert wird.“

Aus Sicht von Vier Pfoten ist die Tötung des Jungbären aus Platzmangel nicht akzeptabel. „Jungtiere sind ein Publikumsmagnet und bringen Zoos und Wildparks mehr Besucher“, so Carsten Hertwig. „Es ist aber absolut unethisch, gezielt Tiere zu züchten, um sie nach wenigen Jahren zu töten.“

In der Schweiz hat die Tötung von Zootieren aus Platzmangel keine juristischen Konsequenzen. Im Gegensatz dazu wurden in Deutschland 2010 und 2011 Mitarbeiter des Magdeburger Zoos wegen der Tötung dreier Tigerjungen in zwei Instanzen wegen Verstosses gegen das Tierschutzgesetz verurteilt. Der nicht reinerbige Tigernachwuchs erwies sich als ungeeignet für die Erhaltungszucht des Zoos und wurde aus Platzmangel euthanasiert. Nach Ansicht zweier Verwaltungsgerichte verstiess diese Handlung gegen das Tierschutzgesetz, welches das Töten eines Wirbeltieres ohne vernünftigen Grund verbietet.

NZZ

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