© Christian Lindner (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons
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Krebskartierung zeigt das Verschwinden einheimischer Arten

  • Roman Vonwil
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Schon länger ist ein Rückgang der einheimischen Krebsbestände zu beobachten. Nun wurde im Kanton Zürich eine Krebskartierung erarbeitet. Die Resultate zeigen, dass die einheimischen Krebsarten bereits aus vielen Gewässern gänzlich verschwunden sind und auch die restlichen Bestände stark zurückgehen. Es besteht grosser Handlungsbedarf zum Schutz dieser Arten.

Die am 1. Dezember 2014 veröffentlichten Resultate der Krebskartierung des Kantons Zürich zeigen, dass die einheimischen Krebsarten weiterhin aus den Gewässern des Kantons verschwinden, wie der Tagesanzeiger berichtet. In den Gewässern der Stadt Zürich sowie in den grossen Flüssen Limmat, Sihl und Glatt sind die einheimischen Krebsarten gänzlich ausgestorben. Rolf Schatz, der Präsident der Interessensgemeinschaft „Dä nöi Fischer“, die sich für eine nachhaltige Fischerei einsetzt und die Krebskartierung mit einem Mandat der kantonalen Verwaltung durchführte, meint, dass die Bestände trotz regionaler Unterschiede sehr schlecht seien, und dass die Geschwindigkeit des Rückgangs der Bestände erschütternd sei.

Verantwortlich für den Rückgang ist laut Tagesanzeiger nicht nur der Einfluss menschlicher Aktivitäten auf die Gewässer sondern auch die Ausbreitung exotischer Krebsarten, die häufig Träger der Krebs­pest sind. Die Krebspest überträgt sich auf die einheimische Krebse, die der Krankheit rasch erliegen. Die Krankheit wird aber nicht nur durch gebietsfremde Krebsarten eingeschleppt, wie das Beispiel des Türlersees zeigt: Dort sind alle einheimischen Edelkrebse innerhalb kurzer Zeit an der Krebspest erkrankt und zugrunde gegangen, obwohl keine gebietsfremde Arten eingewandert sind. In diesem Fall wurde die Krankheit vermutlich durch Wasservögel oder mit Gummistiefeln von Fischern eingeschleppt.

Der kantonale Baudirektor Markus Kägi sagte anlässlich der Vorstellung der Krebskartierung: „Der Handlungsbedarf ist unbestritten.“ Die aktuelle Kartierung sei dabei eine gute Ausgangslage für das Ausarbeiten eines „Flusskrebs-Managementplan“ mit dem Ziel, die einheimischen Arten zu fördern und die gebietsfremden zu bekämpfen.

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