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Korrekt montierte Rebnetze verlangt

  • Silvan Kaufmann
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netz_richtig SVS birdlifeIn diesen Tagen beginnen Winzer und Winzerinnen, ihre Reben mit Netzen vor Vogelfrass zu schützen. Falsch montierte Rebnetze sind aber immer noch eine grausame Todesfalle für tausende Vögel sowie für Igel. Eine neue Untersuchung zeigt, dass die geltenden Richtlinien beim Aufstellen von Rebnetzen vielfach nicht befolgt werden. Der SVS ruft darum eindringlich zum korrekten Montieren der Rebnetze auf, damit die Reben geschützt und Vögel geschont werden.

Rebnetze stellen, vor allem wenn sie schlecht montiert werden, für Vögel eine tödliche Gefahr dar. Die Tiere verheddern sich in den Netzen und verdursten und verhungern langsam und qualvoll.  Stichprobenkontrollen in zwei Neuenburger Weinbaugemeinden zeigten, dass die Abwehrmassnahmen gegen Vogelfrass durch Star, Spatzen und Amseln auch viele andere Vogelarten trafen, die sich überhaupt nicht von Trauben ernähren. So verfingen sich in den schlecht montierten Rebnetzen geschützte Vogelarten wie Turmfalke, Wiedehopf, Kuckuck oder der Wendehals. Schliesslich zahlen auch Igel einen schweren Tribut, wenn sie in den am Boden herumliegenden Rebnetzen hängen bleiben und allenfalls erst von Katzen oder Füchsen von ihrer Todesqual befreit werden.

Stichprobe zeigt: Nur 5 Prozent der Netze waren korrekt montiert Insgesamt zeigt eine Untersuchung* der 9 grossen Schweizer Weinbaugebiete, dass sich zahlreiche Winzer und Winzerinnen nicht an die geltenden Richtlinien zum Montieren der Rebnetze halten. Hauptresultate der stichprobenartigen Untersuchung, die an der Schweizerischen Vogelwarte Sempach durchgeführt wurde: Von den 228 ganz oder am Rand überdeckten Parzellen war das Netz in nur 11 Fällen korrekt montiert.

Der Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz ruft gemeinsam mit seinen Partnern Schweizer Tierschutz STS und Pro Igel die Rebbauern mit Nachdruck dazu auf, die Netze gemäss den geltenden Richtlinien zu montieren, wie dies seit einigen Jahren bereits von verantwortungsbewussten Rebbauern gemacht wird. Die Richtlinien wurden von den Eidgenössischen Forschungsanstalten und den Natur- und Tierschutzorganisationen ausgearbeitet und von Agroscope Changings- Wädenswil herausgegeben. Zu den 10 Regeln gehört, dass die Rebnetze korrekt montiert, gut gespannt und die Enden satt aufgerollt an die Rebreihen angelegt werden müssen. Nach der Traubenernte sind die Rebnetze zudem unverzüglich wieder abzunehmen.

Der SVS macht darauf aufmerksam dass es zum Rebnetz alternative Schutzmethoden gibt, wie die akustische oder optische Abwehr. Indem Winzerinnen und Winzer die einfachen Regeln beim Aufstellen von Rebnetzen respektieren, zeigen sie ihr Engagement zugunsten der Natur. Sie ermöglichen den Konsumentinnen und Konsumenten, einen guten Schweizer Wein mit einem ebenso guten Gewissen zu trinken.

10 Regeln:
1. Notwendigkeit eines Rebnetzes zuerst prüfen
2. Vogelabwehr frühzeitig einrichten
3. Mehrweg-Rebnetze oder Einweg-Rebnetze mit weichen Fäden wählen
4. Rebnetze mit hellen und auffälligen Farben verwenden
5. Netze gut befestigen und immer spannen
6. Netzbahnen überlappen, Löcher verschliessen
7. Enden von Einweg-Rebnetzen über dem Boden spannen und keine losen Teile auf dem Boden liegen lassen
8. Enden von Mehrweg-Rebnetzen satt aufrollen und an die Rebreihen anlegen
9. Netze gewissenhaft kontrollieren und gefangene Igel und Vögel befreien
10. Nach der Traubenernte die Netze sofort entfernen, andernfalls die losen Enden auf den Geiztrieben fixieren

Merkblatt: Alles vernetzt?
Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz

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