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Kormoran – besser als sein Ruf?

  • Daniela Cervenka
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Der Kormoran gehört zu den Vogelarten, die sich im Lauf der Evolution hervorragend an das Medium Wasser angepasst haben. Mit seinem spitzen Hakenschnabel fängt er ausgezeichnet Fische. In der Schweiz brütet der Kormoran erst seit gut 10 Jahren. Da er sich in Nordeuropa stark vermehrte, suchte er zunehmend neue Jagdgründe und fand diese auf den Schweizer Seen. Doch da ist der schwarze Fischjäger nicht überall ein gern gesehener Gast.

In Zusammenarbeit mit Berufsfischern am Neuenburgersee untersuchte die ZHAW die durch Kormorane verursachten Löcher in den Fangnetzen, die Schäden an den Reusen sowie die Verletzungen an den gefangenen Fischen. Sie stellten fest, dass der durch Kormorane verursachte Gesamtschaden zurzeit 1,2 bis 3,9 Prozent des Werts des Gesamtfangs beträgt.

Für Roland Seiler, Präsident des Fischereiverbands, ist jedoch der Kormoran Schuld an den stark gesunkenen Fischbeständen, wie die Tagesschau berichtete. Roland Seiler rechnet vor: Jeder der 6000 Kormorane isst pro Tag 500 Gramm Fisch und hochgerechnet  aufs Jahr macht dies insgesamt 700 Tonnen. Dies sei etwa ein Drittel der Fangquote der Schweizer Fischer. Will man auch in Zukunft Schweizer Fisch essen, muss etwas gegen den Kormoran getan werden.

Der Einfluss des Kormorans auf die Fischbestände sei jedoch weitaus komplexer und äusserst schwierig zu erfassen, schreibt der Tierpark Goldau in seiner Medienmitteilung. Es gibt etwa gleich viele Studien, welche einen negativen Effekt auf die Fischbestände belegen wie Studien, welche keinen nachteiligen Einfluss bescheinigen. Bevor schwerwiegende Regulationsmassnahmen ergriffen werden, sollten die Zusammenhänge besser verstanden werden.

Medienmitteilung

Bild: Tierpark Goldau

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