Käfer

Kooperation bei Käfern

  • Stefanie Pfefferli
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Kooperationen in Insektenstaaten sind bekannt – bei Käfern waren sie aber bisher unbewiesen. Verhaltensökologen aus Bern fanden nun hochgradige Arbeitsteilung beim „Kleinen Holzbohrer“, einer pilzzüchtenden Ambrosia-Käferart. Damit ist ein wichtiger Schritt im Verständnis um die Evolution des Sozialverhaltens bei Insekten gelungen.

Bienen, Ameisen, Termiten – und nun auch Käfer: Berner Forschende vom Institut für Ökologie und Evolution haben beim „Kleinen Holzbohrer“ kooperatives Verhalten und spezialisierte Arbeitsteilung beobachtet. Die Larven und Jungweibchen helfen sich gegenseitig bei der Brutpflege, bei der Pilzzucht, bei der Reinigung des Nestes und bei dessen Verteidigung. Soziales Verhalten wurde bei der einheimischen Käferart zwar vermutet, „aber nun gelang uns der experimentelle Nachweis“, freuen sich die Verhaltensökologen Peter Biedermann und Michael Taborsky von der Universität Bern. Sie gehen davon aus, dass sich das soziale Verhalten bei Xyleborinus saxesenii auf der Grundlage der Verwandtenselektion entwickelt hat – ähnlich wie bei anderen sozialen Insekten: „Je höher der Verwandtschaftsgrad, desto eher entsteht soziales Verhalten“, so Biedermann. Die Beobachtungen und Experimente sind nun in den „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (PNAS) publiziert.

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Bild: Peter Biedermann

 

 

 

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