Mit der Revision des Jagdgesetzes könnten Luchse abgeschossen werden, nur weil sie «zu viele» Rehe fressen. © Martin Mecnarowski [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons
Mit der Revision des Jagdgesetzes könnten Luchse abgeschossen werden, nur weil sie «zu viele» Rehe fressen. © Martin Mecnarowski [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Konzepte von Wolf und Luchs sind noch nicht optimal

  • Amanda Buol
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Aufgrund der revidierten Jagdverordnung sind die Konzepte Wolf und Luchs angepasst worden. Die Umweltorganisationen kritisieren den übertriebenen Fokus auf Gefährlichkeit und Schäden. Sie fordern zielführendere Informationen und konsequente Konfliktvermeidung.

Im seinem Bericht schreibt das Bundesamt für Umwelt (BAFU), dass die angepassten Konzepte die Rahmenbedingungen für den Umgang mit den wachsenden Grossraubtierbeständen schaffen. Dadurch solle der Schutz der Wildtiere gewährleistet werden. Gleichzeitig werden die Anliegen der Bevölkerung berücksichtigt.

Im Konzept Wolf dient ein neues Schema zur Einschätzung von problematischem Verhalten von Jungwölfen in Rudeln. Neu definiert ist im Konzept Luchs der Rahmen für regulierende Massnahmen, wenn die Wildbestände, insbesondere von Rehen und Gämsen, wegen der Präsenz von Luchsen tief sind.

Die Naturschutzorganisationen WWF und Pro Natura begrüssen zwar die Auseinandersetzung des Bundes mit den Risiken im Umgang mit Wildtieren. Sie kritisieren jedoch den Fokus des Konzepts, der einseitig auf mögliche Gefahren und kaum auf eine konfliktarme Nachbarschaft mit dem Wolf eingehe. Es sollen nur Eingriffe in die Bestände erfolgen, wenn die Schadenverhütungsmassnahmen ausgeschöpft seien.

Die neuen Einschätztabellen zum Verhalten von Wölfen offenbare eine problemorientierte Grundhaltung. Der Wolf werde immer noch vorschnell als gefährlich eingestuft. Zentrale Elemente werden dagegen vernachlässigt. So wird beispielsweise ungenügend auf die Beseitigung von Futterquellen in Siedlungen eingegangen.

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