Konzept Wolf Schweiz weiterentwickelt

  • Redaktion Naturschutz
  • -

Zurzeit leben mindestens fünf Wölfe in der Schweiz, drei Männchen und zwei Wölfinnen. Wahrscheinlich sind es aber deutlich mehr, denn Wölfe können relativ lange unter uns leben, ohne dass wir sie bemerken. In den kommenden Jahren werden weitere Wölfe einwandern und es wird auch in der Schweiz zur Fortpflanzung kommen. Um für diese Phase gut vorbereitet zu sein und die Erfahrungen der letzten Jahre zu berücksichtigen, hat das Bundesamt für Umwelt BAFU das Konzept Wolf Schweiz überarbeitet. Das revidierte Konzept legt insbesondere Wert auf die Stärkung des Herdenschutzes.
So wird nun neu definiert, was zumutbare Herdenschutzmassnahmen sind. Auch die finanzielle und beratende Hilfe des BAFU für Herdenschutzmassnahmen werden klar aufgeführt. Die Anzahl gerissener Schafe, nach der ein Wolf zum Abschuss freigegeben werden kann, wird nicht verändert. Allerdings werden in dieser Statistik nur noch Tiere aus Herden gezählt, deren Besitzer die zumutbaren Herdenschutzmassnahmen anwenden.
Der Abschuss von einzelnen, Schaden anrichtenden Wölfen soll nur in einem Perimeter möglich sein, der sich nach dem „aktuell vorhandenen Schadenpotenzial“ ausrichtet. Auf verlassenen Alpen ist somit ein Abschuss künftig nicht mehr möglich. Das BAFU empfiehlt den Kantonen, den Abschuss eines Wolfs in Gebieten mit bekannter Präsenz einer Wölfin während der Fortpflanzungszeit (April bis Juli) und in den Bundeswildschutzgebieten generell zu unterlassen.

Nach Meinung von Pro Natura ist das neue Konzept eine Mogelpackung. Es halte die Tür für willkürliche Wolfstötungen weiterhin weit geöffnet und verbessere den Schutz der Schafherden kaum. Die Schweiz habe trotz den wenigen Tieren eine der höchsten Wolfsabschussquoten Europas, sogar höher als in den meisten Ländern, in denen der Wolf jagdbar sei. An dieser Misere werde auch das neue Konzept Wolf nichts ändern. (sb)

Links zum Beitrag
BAFU
Pro Natura (PDF)

Beitrag kommentieren