Konzept Bär in Graubünden

  • Eliane Küpfer
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In den letzten acht Jahren haben insgesamt acht Bären auf ihren Wanderzügen Graubünden aufgesucht. Die verantwortlichen Behörden und Personen konnten dabei wichtige Erfahrungen im Umgang mit diesem Grossraubtier sammeln. In diesem Frühjahr hat der Kanton Graubünden eine Standortbestimmung vorgenommen und die nächsten Schritte bei der Umsetzung des Konzeptes „Bär Schweiz“ in einem internen Bericht festgelegt. Die Handlungsfelder wurden auf kantonaler und kommunaler, aber auch auf nationaler bzw. internationaler Ebene definiert.

Forderungen an den Bund
Die Bündner Regierung hat das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) ersucht, bei den italienischen Behörden einen schnellen und pragmatischen Umgang mit Problembären zu erwirken. Demnach sollen „Problembären“ bereits in einem frühen Stadium in ihrem ursprünglichen Territorium aus der Population entfernt werden. Zum einen belasten diese Bären die Akzeptanz dieses Grossraubtieres bei der einheimischen Bevölkerung, schreibt die Bündner Regierung. Andererseits wären solche Eingriffe in der florierende Bären-Population im Trentino zulässig.

Zudem möchte die Regierung, dass Abschussbewilligungen nicht durch willkürliche Ergreifung von Rechtsmitteln behindert werden können. Schliesslich fordert die Bündner Regierung, dass der Bund den Mehraufwand für den Herdenschutz besser entschädigt. Dasselbe gilt auch für den Mehraufwand der kantonalen Dienststellen im Zusammenhang mit dem Management bei Anwesenheit von Grossraubtieren.

Die Erfahrung zeigt, dass das Thema Bär vor allem dann interessiert, wenn ein solches Grossraubtier eine Region aufsucht. Sind keine Bären anwesend, interessieren sich weder die betroffenen Kreise noch die breite Bevölkerung für das Thema. Daher ist es wichtig der Bevölkerung nicht nur Grundlageninformationen zur Verfügung zu stellen, sondern auch frühzeitig Vorkehrungen im Hinblick auf das plötzliche Auftreten von Bären zu treffen. Denn sobald ein Bär erstmalig in einer Region auftritt, besteht ein hoher Informations- und Betreuungsbedarf. Zu diesem Zweck wurde auch für die Öffentlichkeit zugängige Plattform mit spezifischen Informationen im Umgang mit Bären geschaffen: www.baer.gr.ch sowie www.orso.gr.ch und www.urs.gr.ch.

Um Bären möglichst von Siedlungen fernzuhalten und Schäden zu vermeiden, sind Präventionsmassnahmen von Bedeutung. Das sind zum einen spezifische Massnahmen wie Herdenschutz oder Bienenschutz in der Landwirtschaft. Anderseits sollen der Kanton entlang den Kantonsstrassen und die Gemeinden im Siedlungsgebiet eine bärensichere Abfallentsorgung sicherstellen. Schliesslich stehen aber auch Privatpersonen in der Verantwortung. Sie sollen dafür zu sorgen, dass Bären weder an Lebensmittel noch an verwertbare Abfälle gelangen können. Durch die Umsetzung dieser zahlreichen Massnahmen erhofft sich das Bau-, Verkehrs- und Forstdepartement eine Verbesserung der Prävention, der Information und der Beratung der Bevölkerung.

Bild: Jon Sullivan [Public domain], via Wikimedia Commons

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