Kontrolle zeigt: Nicht alle Fischtreppen funktionieren

  • Redaktion Naturschutz
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Flussfische zeigen ein ausgeprägtes Wanderverhalten. Auf Hindernisse wie Kraftwerkswehre oder künstliche Überfälle reagieren sie besonders empfindlich. Fischaufstiegshilfen sollen den Tieren die Wanderung ermöglichen. Ihre Funktionsfähigkeit wird am Hochrhein vom Bundesamt für Umwelt BAFU mittels Fischzählungen periodisch überprüft.
Wie die aktuellen Zahlen zeigen, setzt sich der Trend rückgängiger Aufstiegszahlen fort: Während 1995-96 noch 76'000 aufsteigende Fische gezählt wurden, waren es 2005-06, trotz vollständigerer Erfassung, nur noch 55'000. Dies lässt auf rückläufige Fischbestände schliessen, wobei insbesondere strömungsliebende Arten wie die Nase oder die Barbe betroffen sind. Hauptursache ist der zunehmende Verlust der Lebensräume dieser Fische. Neben Renaturierungsmassnahmen können auch Fischtreppen helfen, diese Verluste teilweise zu kompensieren.
Bei der Funktionsfähigkeit der 15 untersuchten Aufstiegshilfen zeigen sich gravierende Unterschiede. Während beispielsweise beim Wehr Albbruck-Dogern insgesamt 11'700 Fische und beim Kraftwerk Schaffhausen 10'544 Fische aufstiegen, wurden beim Kraftwerk Eglisau lediglich 261 Fische und bei der Fischtreppe Maschinenhaus gar nur 163 gezählt. Diese deutlichen Unterschiede sind laut dem BAFU ein klarer Hinweis auf funktionelle Mängel. Auch bezüglich der Artenzahl wurden grosse Unterschiede festgestellt. Schlecht schneidet auch hier die Fischtreppe Eglisau ab, die nur gerade 8% der im Unterwasser nachgewiesenen Fischarten passieren konnten. Beim Kraftwerk Säckigen hingegen schafften 95% aller vorhandenen Arten die Passage. (sb)

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