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© Aul Rah, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr

Kontrast beim Palmölerwerb            

  • Cécile Villiger
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Drei von sechs Schweizer Unternehmen nehmen bei der Beschaffung von zertifiziertem Palmöl nach den Kriterien des Roundtable on Sustainable Palmoil (RSPO) international eine Vorreiterrolle ein. Bei anderen klaffen die Verpflichtungen und die Realität teilweise stark auseinander. Das zeigt das neuste Palmöl-Rating des WWF International.

Im neusten Palmöl-Rating hat der WWF erstmals überprüft, zu welchen Zielen sich Unternehmen bei der Beschaffung von den drei ökologisch und sozial verträglichem Palmölprodukten (Palmöl, Palmkernöl und Palmölderivaten) verpflichtet haben und wieweit diese Ziele erreicht wurden. Das Rating umfasst weltweit 137 Unternehmen, davon sechs mit Sitz in der Schweiz.

WWF-Experte Matthias Diemer bilanziert im Vergleich zum letzten Rating aus dem Jahr 2013: «Die Unternehmen setzen vermehrt auf physisch zertifiziertes Öl gemäss RSPO. Das ist eine gute Entwicklung. Noch nicht zufriedenstellend ist die Situation beim Palmkernöl und bei Derivaten.»

Die Bewertungen des Palmöl-Ratings basieren auf den Anforderungen des RSPO. «Die RSPO-Kriterien setzen wir als minimalen Anspruch voraus. Wirklich innovative und verantwortungsbewusste Unternehmen gehen aber einen Schritt weiter und setzen für sich und ihre Lieferanten Kriterien, die über jene von RSPO hinausgehen – so wie es Mitglieder der Palm Oil Innovation Group (POIG) tun», so Diemer.

Auf gutem Weg

Coop und Migros waren schon in den letzten Jahren international an der Spitze und schaffen es auch in diesem Rating auf die maximale Punktezahl von 9. Ebenfalls mit 9 Punkten schneidet Lindt & Sprüngli ab. Grund für die gute Bewertung ist die Erreichung von 100 Prozent RSPO-zertifizierten Palmölprodukten mit einem hohen Erreichungsgrad für physisches Palmöl. Allerdings setzen alle drei Unternehmen bei Derivaten und Palmkernöl immer noch zu sehr auf den Handel mit Zertifikaten (Book&Claim). Dies bedeutet, dass im Endprodukt kein physisch zertifiziertes Material enthalten ist.

Verpflichtungen noch nicht erreicht

Die anderen drei Schweizer Unternehmen liegen klar zurück. Nestlé (6 Punkte) hatte sein deklariertes Umstellungsziel (100% RSPO-zertifizierte Palmölprodukte bis 2013) per 2013 zwar fast erreicht. Seither verzichtet das Unternehmen jedoch auf den Kauf von Zertifikaten. In der Übergangsphase bis zu 100 Prozent physischem Palmöl sind Zertifikate allerdings sinnvoll, da sie die Nachfrage nach zertifiziertem Palmöl aufrechterhalten. Das aktuelle Rating zeigt, dass Nestlé per Ende 2015 erst knapp ein Viertel seiner Palmöl-Beschaffung zertifiziert hat. Mit einem Bedarf von 417’000 Tonnen Palmölprodukten pro Jahr ist Nestlé einer der weltweit grössten Käufer. Eine vollständige Umstellung ist damit umso wichtiger. Das Chemieunternehmen Clariant (4 Punkte) ist das erste Mal im internationalen Rating mit dabei. Wenn es seine Verpflichtung (100% RSPO-zertifizierte Palmölprodukte bis 2016) erreichen will, muss es bis Ende Jahr faktisch die gesamte Beschaffung umstellen, was noch erhebliche Anstrengungen braucht.

Zertifiziertes Palmöl gemäss RSPO ist über vier verschiedene Warenflüsse verfügbar: Identity Preserved, Segregated, Mass Balance, Book & Claim.

In der POIG (Palm Oil Innovation Group) sitzen neben dem WWF auch NGOs wie Greenpeace und Rainforest Action Network, sowie eine Reihe von progressiven Unternehmen. Ziel der POIG ist es, auf dem RSPO aufbauende weiterführende Kriterien im Palmöl-Anbau umzusetzen und innovative Ansätze zu fördern.

 

Weitere Informationen:
Ist der Ersatz von Palmöl sinnvoll?

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