Konferenz im Namen der Tiere

  • Corinna von Kürthy
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Am 3. März beginnt in Bangkok die 16. Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (Convention on International Trade in Endangered Species of wild Fauna and Flora, Cites) – 40 Jahre nachdem es unterzeichnet wurde. „Cites ist das wichtigste Abkommen zum Schutz bedrohter Arten, weil es verbindliche Entscheidungen trifft und Verstöße mit Handelssanktionen ahnden kann“, sagt Dr. Sandra Altherr, die für Pro Wildlife an der Konferenz teilnimmt. Bei der Cites-Konferenz entscheiden die 177 anwesenden Vertragsstaaten, für welche bedrohten Tier-und Pflanzenarten der internationale Handel eingeschränkt oder verboten wird.

Streit erwarten Artenschützer bei den Debatten um Eisbären und Haien, aber auch Nashörner, Rochen, Schildkröten und Elefanten stehen auf der Tagesordnung.

Eisbären
Die USA beantragt ein internationales Handelsverbot für Eisbären. Neben dem Klimawandel bedroht die kommerzielle Jagd die Bestände zusätzlich: In Kanada werden etwa 600 Eisbären pro Jahr geschossen – für den internationalen Fellmarkt; bei nur noch 20 000 bis 25 000 Tieren weltweit. Ein Cites-Handelsverbot könnte diese fatale Entwicklung schnell und effizient stoppen.

Seeschlacht im Konferenzraum: Haie und Rochen
Für Heringshaie, Hammerhaie, den Weißspitzen-Hochseehai, zwei Arten Manta-Rochen und drei Süßwasserstechrochen sind internationale Handelsbeschränkungen beantragt. Während Heringshai als Haisteak an Fischtheken verkauft wird, werden die anderen Haiarten wegen ihrer Flossen gejagt. Die Knorpelreuse der Mantas wird immer häufiger für die Traditionelle Asiatische Medizin gehandelt, sie gilt als Wunderheilmittel gegen Krebs. Die kleinen Süßwasser-Stechrochen sind im internationalen Aquaristik-Handel begehrt. Fischereinationen in Asien haben Widerstand gegen alle Schutzanträge mariner Arten angekündigt.

Nashorn: aus der Savanne in die Apotheke
2012 wurden in Südafrika so viele Breitmaulnashörner gewildert wie seit Jahrzehnten nicht mehr: 668 Tiere starben im Kugelhagel der Wilderer. Pulverisiertes Rhino-Horn gilt in China als fiebersenkend und krampflösend, in Vietnam seit ein paar Jahren als Wundermittel gegen Krebs. Dies ließ die Schwarzmarktpreise auf bis zu 70.000 Euro pro Kilogramm hochschnellen und heizte die Wilderei an. Trotzdem dürfen Nashörner als Jagdtrophäen für den privaten Gebrauch aus Südafrika exportiert werden. Kenia beantragt, diese Lücke zu schließen, um den Handel durch die Hintertür zu stoppen.

Elefanten
Erstmals seit 20 Jahren liegt kein Antrag vor, der den Cites-Schutzstatus von Elefanten lockern oder Elfenbein für den Handel freigeben möchte. Tansania hatte einen entsprechenden Vorstoß im Dezember zurückgezogen. Dennoch werden Elefanten auf der Konferenz eine wichtige Rolle spielen. Berichte belegen, wie Elfenbeinwilderei und -Schmuggel in den letzten Jahren eskaliert sind, letzterer besonders in China und Thailand.

Bild:von Ansgar Walk [CC-BY-2.5], via Wikimedia Commons

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