Kompass durch Labeldschungel

  • Barbara Darani
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banane_maxhavelaarBewusstes Einkaufen ist für immer mehr Konsumenten wichtig. Sie achten darauf, dass die Produkte unter gesunden und fairen Bedingungen in den Laden gelangen. Gütesiegel garantieren, dass gewisse Schritte in der Lebensgeschichte des Produktes kontrolliert wurden. Die Knospe Bio Suisse etwa garantiert, dass die Produkte biologisch angebaut werden, während das Max Havelaar-Label für faire Produzentenpreise steht. Doch bei über 120 gebräuchlichen Labels ist es für den Konsumenten schwierig, da durchzublicken.

Die Stiftung Praktischer Umweltschutz Schweiz (Pusch) hat deshalb eine unabhängige Datenbank aufgebaut, die einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Labels verschafft. Eine Maske erleichtert die Suche nach einzelnen Produkten oder Produktgruppen. Sie enthält auch Tipps zu über 50 Produkte des Alltags. So zum Beispiel, was man beim Kauf von Früchte und Gemüse oder bei Meeresfrüchten unbedingt beachten sollte.

Die Labels sind in drei verschiedene Bereiche unterteilt: Ökologie, Wirtschaft und Soziales. Unter ersteres fallen alle Bio-Labels, der zweite und dritte Bereich gehen ineinander über. Wer sich ein Gütesiegel erarbeiten möchte, muss sich zumindest in einem der drei Bereiche qualifzieren. Je nach Verordnung sind die Anforderungen sehr hoch. Dies wird dann von anerkannten Laboratorien und Inspektionsstellen genauestens geprüft, wie z. B. Bio Insepcta oder Testex, die Betriebe im landwirtschaftlichen Bereich und Lebensmittelhersteller respektive Betriebe im Textilbereich zertifizieren. Die Prüfer selbst werden von der Schweizerischen Akkreditierungsstelle SAS geprüft, einer Abteilung des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco).

Dieses Bild wird einzig durch Billigprodukte getrübt. Während Billiglinien immer höhere Umsatzzahlen erzielen, schrumpfen die Umsätze von Labelprodukten, schreibt das Seco. Obwohl der höhere Preis durch den Mehrwert, den sie mit der unabhängigen Kontrolle und einer konsequenten Produktion erbringen, gerechtfertigt sei, würden sich die Umsätze dennoch oft auf Billigprodukte verschieben. „Allein mit einer Umstellung von konventionell auf grün und fair hergestellte Güter können die Umwelt- und Gesellschaftsprobleme langfristig kaum gelöst werden“, sagt Ion Karagounis, Geschäftsleiter der Stiftung Praktischer Umweltschutz Schweiz. Trotz aller Euphorie über den neuen grünen Handel sei eine Trendwende nicht in Sicht. Dabei fehle es nicht an technischen Potenzialen, sondern am Willen der Gesellschaft, diese in einer für die Umwelt nützlichen Frist auszuschöpfen. „Die immer knapper werdenden Ressourcen werden die Menschen dereinst dazu zwingen, ihre grundsätzlichen Wertvorstellungen zu überdenken“, so Karagounis. Also weg vom Haben, hin zum Sein.

Artikel nachhaltigkeit.org
Bio Suisse

Max Havelaar
Stiftung Praktischer Umweltschutz Schweiz Pusch
Bio Inspecta
Testex
Schweizerische Akkreditierungsstelle SAS
Seco
Pusch Datenbank
Bewertung einzelne Labels (WWF)

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