© Vogone (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons
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Kohleverbrennung treibt CO2-Werte weiter in die Höhe

  • Julia Hatzl
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Wie aus einem Bericht des Global Carbon Projects GCP hervorgeht, stieg 2017 die CO2-Konzentration nach drei stabilen Jahren wieder an. Trotz des hohen CO2-Ausstosses wird auch in Europa immer noch ein Grossteil der Energie durch Kohleverbrennung gewonnen.

Trotz weltweiten Wirtschaftswachstums konnte durch verringerte Kohleverbrennung, Einsatz erneuerbarer Energiequellen und verbesserter Energieeffizienz die CO2-Konzentration über die letzten drei Jahre stabil gehalten werden. Als Grund für den diesjährigen Anstieg von zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr wird vor allem die vermehrte Kohleverbrennung in China gesehen.

China als Kohlegigant

China allein ist für 28 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Als Spitzenreiter in Sachen Treibhausgasausstoss macht sich die chinesische Wirtschaft auch in der weltweiten CO2-Trendentwicklung bemerkbar. Die chinesische Wirtschaft hat dieses Jahr ein deutliches Wachstumsplus von sieben Prozent erfahren. Die vermehrte Produktion in China korrelierte mit einem vermehrten Kohleverbrauch und einem dadurch höheren CO2-Ausstoss. Der Kohleverbrauch war 2017 um drei Prozent höher als im Vorjahr. Mitschuld am vermehrten Kohleverbrauch sind auch die geringen Niederschläge dieses Jahr, die die Stromproduktion der Wasserkraftwerke des Landes deutlich geringer ausfallen liess.

Deutschlands Kohlekraftwerke

Deutschland setzt immer noch vermehrt auf Strom aus Kohlekraftwerken. Vor allem Stein- und Braunkohle werden für die Energiegewinnung verwendet. 2016 hatte Deutschland 106 Grosskohlekraftwerke am Netz. Für diese Kraftwerke werden jährlich 1.1 Prozent der weltweiten Kohleproduktion in Deutschland gewonnen und das Land gehört zu den Top-15-Kohleproduzenten weltweit.

Betrachtet man die Treibhausgasemissionen durch Kohleverbrennung der EU, so trägt Deutschland 38 Prozent bei. Auf der Website von Europe Beyond Coal finden Sie informative Tools, die den Ausstoss, die gesundheitsschädigende Wirkung und noch vieles mehr verschiedener Kraftwerke ersichtlich machen. Zudem sind Informationen zur geplanten Abschaltung und dem Neubau einzelner Kraftwerke abrufbar.

Die 30 Kohlekraftwerke Europas, die am meissten CO2 ausstossen. © Europe beyond Coal | Zum Vergrössern bitte anklicken.
Die 30 Kohlekraftwerke Europas, die am meissten CO2 ausstossen. © Europe Beyond Coal | Zum Vergrössern bitte anklicken.

Zwar spielt Kohle in der Schweizer Stromproduktion so gut wie keine Rolle mehr, nachdem seit Mitte des 20. Jahrhunderts Kohle durch Erdöl abgelöst wurde. Trotzdem hat die Schweiz eine enge Verbindung zu Kohlekraftwerken ausserhalb seiner Grenzen. Laut Schweizerische Energie-Stiftung SES sind oder waren viele Schweizer Stromkonzerne an Kohlekraftwerken, vor allem in Deutschland, interessiert und würden die Investition in neue Kraftwerke in Betracht ziehen. Genannte Stromkonzerne sind Alpiq, die BKW, die Repower AG.

Kohleausstieg dringender denn je

Die Emissionen der USA und Europas sanken laut Bericht leicht, jedoch reicht es bei Weitem nicht aus das im Pariser Klimaabkommen gesetzte Ziel von unter 2° Celsius Erderwärmung zu erreichen. 18 Prozennt der EU-Treibhausgasemissionen stammen allein von 284 Kohlekraftwerken. Um die Pariser Klimaziele noch zu erreichen, halten Experten den sehr schnellen Kohleausstieg für unumgänglich. Doch nicht nur zugunsten unseres Klimas, sondern auch unserer Gesundheit ist ein Kohleausstieg essenziell. An den Folgen von Luftverschmutzung, Feinstaub und Stickstoffdioxidbelastung sterben jedes Jahr Tausende von Menschen.

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