Natterwurz-Perlmuttfalters

Klimawandel verändert Europa

  • Corinna von Kürthy
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Der Informationsdienst Wissenschaft (idw) und das Helmholtz Zentrum für Umweltforschung (UFZ) berichteten vergangene Woche, dass laut einer Studie der Europäischen Umweltagentur (EEA) der Klimawandel bereits deutliche Auswirkungen auf die Gesellschaft und die Umwelt in allen Regionen Europas verursacht hat. Der Bericht „Klimawandel, Auswirkungen und Gefährdung in Europa 2012“ rechnet damit, dass die Folgen des Klimawandels so drastisch sein werden, dass insgesamt ca. ein Fünftel aller Lebensräume und jede zehnte europäische Art bedroht sind. Es wird davon ausgegangen, dass viele Arten nicht dazu in der Lage sein werden, mit der Geschwindigkeit des Klimawandels mitzuhalten.

Dieses Schicksal könnte beispielsweise den kälteliebenden Natterwurz-Perlmutterfalter ereilen (Bild), welcher bisher vorwiegend in den Alpen und Bergen des Balkans vorkommt. Da diese Art auf den Wiesenknöterich angewiesen ist, der ihr als Nahrungspflanze dient, würde sie auf Klimaveränderungen besonders sensibel reagieren. Durch klimatische Veränderungen könnte ein „Auseinanderdriften“ der Lebensräume des Natterwurz-Perlmuttfalters und des Wiesenknöterichs hervorgerufen werden und diesen Schmetterling in Zukunft somit gefährden. Während es viele kälteliebende Arten in Zukunft schwer haben werden, wird es auch Arten geben, die zu den Gewinnern des Klimawandels zählen werden. Vor allem wärmeliebende Insekten werden gut mit den neuen Bedingungen klar kommen, was sich wiederum für die menschliche Gesundheit nachteilig auswirken sollte, da die Übertragung von Krankheiten hierdurch vermutlich zunehmen wird.

Der Bericht „Klimawandel, Auswirkungen und Gefährdung in Europa 2012“ informiert nicht nur über die Gefährdung von Pflanzen und Tieren, sondern auch über das Ausmass der schmelzenden Eisdecke auf Grönland, des Meereises in der Arktis und der zahlreiche Gletscher in Europa. Die Prognosen sind erschütternd! Neben all den Folgen für Flora und Fauna, darf auch der ethische Verlust nicht unterschätz werden und die Tatsache, dass die kommenden Generationen viele Tier- und Pflanzenarten nicht mehr erleben werden, die für ihre Eltern und Großeltern noch selbstverständlich waren.

Der Bericht der Europäischen Umweltagentur wird in Zukunft eine Grundlage für die Anpassungsstrategie der Europäischen Kommission bilden, die im März 2013 zur Veröffentlichung vorgesehen ist. Darüber hinaus wird die EEA die Strategie mit einer Bewertung einer Auswahl von Anpassungsmaßnahmen in Europa unterstützen, die Anfang 2013 veröffentlicht werden soll.

Weitere Informationen

Bericht „Klimawandel, Auswirkungen und Gefährdung in Europa 2012“

Informationsdienst Wissenschaft (idw)

Helmholtz Zentrum für Umweltforschung (UFZ)

Bild: Pressemitteilung idw: Klimawandel hat Europa bereits spürbar verändert.

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