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Klimawandel macht Alpenwetter nicht verrückt

  • Nora Kieselbach
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Wie die Zeitung der Standart.at aktuell schreibt, sorgt der Klimawandel für im Durchschnitt höhere Temperaturen – soviel ist unbestritten. Einen Trend zu mehr Variabilität konnten die Forscher in den letzten 30 Jahren aber nicht feststellen. „Die Temperaturschwankungen sind in den letzten Jahrzehnten sogar geringer geworden“, wird Klimatologe und Studienautor Reinhard Böhm von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien zitiert.

Die ZAMG-Forscher gingen in einer kürzlich im renommierten Wissenschaftsmagazin „European Physical Journal“ veröffentlichten Studie der Frage nach, ob durch den Klimawandel das Wetter im Alpenraum immer stärker zu Extremereignissen neigt. Böhm: „Unbestritten ist, dass es in den letzten Jahrzehnten wärmer wurde, im Alpenraum sogar stärker als im weltweiten Mittel. Damit werden natürlich auch Hitzewellen häufiger. Wir werden aber oft mit der Frage konfrontiert, ob mit dem Klimawandel auch die Schwankungen insgesamt immer häufiger und stärker werden. Ob sich also immer mehr Hitzewellen, Kältewellen, Trockenperioden und Starkniederschläge aneinanderreihen.“

Die Resultate der Untersuchung liessen sogar die Wissenschafter staunen. Erstens: In den vergangenen 250 Jahren wurden im Alpenraum die saisonalen und jährlichen Schwankungsbreiten heiss-kalt, trocken-feucht nicht stärker und damit nicht extremer. Zweitens: Auch die vergangenen 30 Jahre, die stark durch den Einfluss des Menschen geprägt sind, zeigen im Vergleich zu den Jahrzehnten davor keinen Trend zu mehr Variabilität. Und drittens: In Langzeitverläufen zeigen sich bei Temperatur, Niederschlag und Luftdruck zwei lange Wellen der Variabilität mit einer Wiederkehrzeit von etwa hundert Jahren.

Variabler, d.h. „verrückter“, war das Klima in der Mitte der beiden vergangenen Jahrhunderte, weniger variabel , also „ruhiger“, zu Beginn und Ende der Jahrhunderte. Diese langen Wellen lassen sich vorerst nicht erklären. Eine mögliche Ursache sind Wechselwirkungen mit den Ozeanen, die im Klimasystem sozusagen ein Langzeitgedächtnis besitzen, heisst es in der Studie.

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Bild: Rachel Theca (Wikimedia Commons)

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