Zecke

Klimawandel begünstigt infizierte Zecken

  • Dominique Haiden
  • 1

mm_11apr14_zecke_hZecken überleben warme Trockenperioden besser, wenn sie von bakteriellen Krankheitserregern befallen sind, als wenn sie keine Erreger in sich tragen. Deshalb könnten sich in Zukunft – in einem zusehends wärmeren Klima – die durch Zeckenstiche übertragenen Krankheitsfälle mehren. Dies zeigen vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) unterstützte Forschende der Universität Neuenburg.

Der Holzbock, die wichtigste Zeckenart der Schweiz, ist kein grosser Sympathieträger. Das mit den Spinnen verwandte Tier ernährt sich von Blut und ist dadurch an der Übertragung von Krankheitserregern beteiligt. In der Schweiz erkranken jährlich schätzungsweise 10‘000 Personen an einer von Zecken übertragenen Infektionskrankheit namens Lyme-Borreliose, die vom bakteriellen Erreger Borrelia burgdorferi verursacht wird.

Mit diesem Erreger ist ungefähr ein Drittel der Zecken infiziert. Der Holzbock ist vorwiegend auf niedrigen Pflanzen, Gräsern, Büschen oder Sträuchern an feuchten Stellen im Wald zu finden, wo er auf den nächsten Wirt wartet. Die Gefahr dabei zu vertrocknen, ist um so grösser, je wärmer es ist, und je länger es nicht regnet. Die Widerstandsfähigkeit und das Überleben der Zecken erhöhen sich aber durch den Befall mit dem Krankheitserreger, weisen die beiden Biologinnen Coralie Herrmann und Lise Gern in einer kürzlich erschienenen Studie nach.

Sie sammelten 1500 Zecken, steckten sie in dunkle, mit unterschiedlich feuchter Luft gefüllte Behälter und zählten zwei Tage später, wie viele Zecken noch lebten und vom Krankheitserreger befallen waren. An der warmen und trockenen Luft starben fast 70 Prozent der nicht infizierten Zecken, bei den mit dem Krankheitserreger infizierten Tieren starb nur jede zweite Zecke. Möglicherweise setzten sich in einem zusehends wärmeren Klima die infizierten Zecken durch. Dann wäre mit einer Zunahme der Borreliose-Fälle zu rechnen. Zeckenstiche würden noch gefährlicher.

Schweizerischer Nationalfonds (SNF)

Bild: Michèle Vlimant, Institut de Biologie, UniNE/SNF

1 Kommentar

  • Martina Müller

    Dieses Forschungsergebnis ist völlig sinnlos, rausgeworfenes Geld und bringt überhaupt keinen Aufschluss darüber, wieviele Personen tatsächlich erkranken. Besser wäre, wenn endlich ein einheitlicher zuverlässiger Test auf den Markt käme, der aktive von abgelaufenen Infektionen unterscheiden kann. Leider wissen viele nicht, wie schwer die Diagnose Borreliose mangels geeignetem Test zu stellen ist. Die Diagnose wird dann lieber einmal zuwenig gestellt als einmal zuviel. Die Folge: Die Patienten bleiben krank, können nicht mehr arbeiten und Rente gibts auch keine, weil die psychosomatische Diagnose kein Grund für eine Rente ist.
    Ebenfalls wissen viele nicht, dass wegen der fehlenden zuverlässigen Diagnostik seit Jahren ein Expertenstreit im Gange ist. Weder bei der Diagnostik noch bei der Therapie besteht ein Konsens. Studienergebnisse und die Wirksamkeit einer Therapie können nicht sicher überprüft werden, da ein entsprechender diagnostischer Test fehlt. Man weiss aber aus dem Labor und einzelnen Fallbeispielen, dass Borrelien lange und hochdosierte Antibiotika-Therapien überleben können, weil sie sich in schlecht durchblutete Gewebe zurückziehen und ihre Form verändern können. In diesen Zystischen Formen sind Borrelien auf die gängigen Antibiotika nicht mehr empfindlich. Es kommt zu einer unheilbaren chronischen Krankheit mit dubiosen Beschwerden, die weder vom Arzt noch vom sozialen Umfeld verstanden werden.

    Ich wünsche diese Krankheit nichtmal meinem ärgsten Feind. Aber Leuten, die solch sinnlose Forschung betreiben täte eine chronische Borreliose sicher gut.

    Antworten

Beitrag kommentieren