Klimaschutz und Wirtschaftswachstum sind keine Gegensätze

  • Redaktion Naturschutz
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Eine gestern veröffentlichte WWF-Studie des Beratungsunternehmens Infras zeigt: Selbst wenn die Wirtschaft um 50% wächst, können die CO2-Emissionen der Schweiz bis 2035 um 60% reduziert werden. Möglich machen dies vor allem der effizientere Einsatz von Energie und die Ablösung von Öl und Gas durch erneuerbare Energien.

Elf Tonnen CO2 verursacht jeder Schweizer jährlich. Mehr als eine Tonne pro Jahr und Person können wir uns aber nicht leisten, hat die ETH errechnet. Zumindest wenn wir eine Klimaerwärmung von über zwei Grad und damit unabsehbare Folgekosten verhindern wollen. Die nötige Reduktion ist ohne wirtschaftliche Einbussen möglich, wie die Studie jetzt zeigt: Mit einem geschickten Mix von Instrumenten kann die Schweiz ihre gesamten CO2-Emissionen bis 2035 um 60 Prozent senken, ohne das Wirtschaftswachstum negativ zu beeinflussen. Das Reduktionsszenario basiert auf heute bereits vorhandenen Technologien und einem realen Wirtschaftswachstum von 1 Prozent pro Jahr (Voraussage des Staatssekretariats für Wirtschaft).
Die Studie berücksichtigt erstmals nicht nur das innerhalb der Schweiz ausgestossene CO2, sondern auch die mit Gütern und Energie importierten Emissionen. Sie rechnet also nicht mit der Verlagerung energieintensiver Industrien ins Ausland, sondern mit echten Reduktionen. Den Löwenanteil bringen die Steigerung der Effizienz (minus 50 Mio. Tonnen CO2) und die erneuerbaren Energien anstelle von Öl und Gas (minus 34 Mio. Tonnen CO2). Dafür braucht es eine Grossoffensive bei der Gebäudesanierung, die im Gegensatz zu Ausgaben für fossile Energieträger viele Arbeitsplätze im Inland schafft. Weitere wichtige Voraussetzungen sind eine Halbierung des Fahrzeug-Flottenverbrauchs und Energiepreise, die alle externen Kosten enthalten.
Diese Massnahmen senken den Gesamtenergieverbrauch und ersetzen nicht einfach fossile Energie durch Strom. Darum wird die Schweiz auch 2035 ohne zusätzliches Grosskraftwerk auskommen.

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