Klimakonferenz Kopenhagen

  • Gavino Strebel
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planet erde_schwarzVom 7. bis 18. Dezember wird an der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen über eine Nachfolgeregelung des Kyoto-Protokolls verhandelt.

Die Erwartungen an die nächste UN-Klimakonferenz sind hoch. 2009 soll als das Jahr in Erinnerung bleiben, in dem man den politischen Willen aufgebracht hat, sich den immensen Herausforderungen des Klimawandels zu stellen und den Worten Taten folgen zu lassen. Angesichts der doppelten Bedrohung der Finanz- und Klimakrise ist zu hoffen, dass an der Kopenhager Konferenz ein Meilenstein bezüglich Klimapolitik gesetzt werden kann.

Ab 2012 läuft die Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls aus. In Kopenhagen wird deshalb ein Nachfolgeabkommen zum Kyoto-Protokoll verabschiedet, das ab 2013 in Kraft treten soll. Wichtigste Inhalte des Abkommens sind die Reduktion von Treibhausgasemissionen und Unterstützung bei den Anpassungsmassnahmen. Das Protokoll von Kopenhagen stellt die Weichen für die Zukunft und soll in entscheidendem Masse bestimmen, ob es gelingt, den vom Menschen verursachten Klimawandel zu begrenzen, so dass die gefährlichsten Klimaauswirkungen verhindert werden können.

Die Wichtigkeit von verbindlichen, einschneidenden Beschlüssen in Kopenhagen sind immens. Während die verheerenden Auswirkungen eines veränderten Klimas längst bekannt sind, sind in den letzten Jahren zunehmend die vom Klmawandel verursachten Kosten in den Fokus gerückt. Diese sind heute schon gewaltig und weiter im Aufwärtstrend. Es hat sich deshalb die Erkenntnis durchgesetzt, dass es billiger ist, den Klimawandel einzudämmen, als später die Folgen davon zu tragen.

Gemäss einer neuen Studie des WWF und der Versicherung Allianz SE könnte die Erde bald bestimmte Kipp-Punkte (Tripping Points) ereichen, an denen grosse Ökosysteme in einen neuen Zustand „kippen“ können. Mit anderen Worten: Einzelne Klimaphänomene könnten bereits vor dem Jahr 2050 einen kritischen Punkt überschreiten, ab dem sie unumkehrbar sind und als Rückkoppelungen wirken können – also die Erwärmung noch zusätzlich verstärken. Zu diesen Phänomenen zählen unter anderem die Eisschmelze an den Polen und der steigende Meeresspiegel, die Veränderungen des Sommermonsuns in Indien oder der Waldverlust im Amazonas.

Solche Risiken dürfen auf keinen Fall eingegangen werden. Der WWF hat in Bezug auf die Klimakonferenz von Kopenhagen eine Liste von Forderungen zusammengestellt. Gemäss dem WWF muss ein erfolgreiches Abkommen konsequent darauf ausgelegt sein, die globale Temperaturzunahme auf maximal 2°C zu beschränken. Der WWF nennt ausserdem folgende Hauptforderungen:

– Die Industrieländer müssen sich verbindlich verpflichten, ihren Treibhausgasausstoss bis 2020 um 40 Prozent gegenüber den Werten von 1990 zu senken.

– Gleichzeitig müssen sich die Industrieländer auf eine Zukunft mit „Null-CO2-Emissionen“ vorbereiten.

– Die Entwicklungsländer müssen ihren Emissionsanstieg um 30 Prozent unterhalb deren gegenwärtigen Emissionsentwicklungspfad senken.

– Als historische Verursacher müssen die Industrieländer Gelder für den Schutz der Entwicklungsländer vor den Schäden des Klimawandels und die Unterstützung auf dem Weg zu einer klimaverträglichen Entwicklung im Umfang von jährlich 160 Milliarden US Dollar bereit stellen. Für die Schweiz sind dies Zahlungen in der Höhe von 1.7 Milliarden Schweizerfranken pro Jahr.

Weiter wichtig ist:

– Entwicklungsländer brauchen Anreize, um die Abholzung von Wäldern in grossem Massstab zu stoppen (REDD). Denn gerodete Wälder nehmen kein CO2 mehr auf und stossen beim Brandroden das gespeicherte CO2 im Holz und in den Böden wieder aus.

– Programme zur Entwicklung und Verbreitung von klimafreundlichen Technologien müssen im Kampf gegen den Klimawandel gefördert und die Technologien auch den armen Ländern zur Verfügung gestellt werden.

– Die Emissionen in der Luft- und Schifffahrt müssen gesenkt werden, auch wenn eine Regelung wegen ihrer grenzüberschreitenden Natur schwierig ist.

Klima-Kippeffekte

United Nations Climate Change Conference Kopenhagen

Schweizer Ziele für Kopenhagen

 

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