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Klima-Länderrating: Tops und Flops

  • Sophie Ryser
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Das jährliche Klima-Länderrating, welches heute an der Uno-Klimakonferenz in Warschau vorgestellt wurde, vergleicht den CO2-Ausstoss pro Kopf, die Entwicklung der CO2-Emissionen und die Klimapolitik der Staaten. Die Schweiz erreicht den vergleichsweise schmeichelhaften Platz 8. Sie verdankt dies den sinkenden Emissionen der Gebäudeheizungen und ihrer Klimapolitik. Schlecht schneidet die Schweiz hingegen bei den Emissionen des Flugverkehrs, beim Ausbau erneuerbarer Energien und bei der Entwicklung der CO2-Emissionen insgesamt ab. Diese sinken zu zögerlich.

Unangefochten an der Spitze steht erneut Dänemark. Das Land zeigt, wie sich eine ambitionierte Klimapolitik und wirtschaftlicher Erfolg gegenseitig beflügeln. „Wir brauchen solche Vorbilder, damit die internationale Klimapolitik endlich in Schwung kommt“, sagt Patrick Hofstetter, Leiter Klima und Energie beim WWF Schweiz, mit Blick auf die stockenden Verhandlungen in Warschau. Noch haben zu viele Länder Angst, mit Klimaschutz als Verlierer dazustehen.

Dabei zeigt selbst die Schweiz, dass das Gegenteil zutrifft: „Bereits heute sparen wir dank CO2-Abgabe und anderen Klimaschutz-Massnahmen einen Milliardenbetrag, weil wir weniger Erdöl brauchen“, sagt Patrick Hofstetter. Allerdings hat die Schweiz letztes Jahr immer noch über 11 Milliarden Franken für Öl- und Gasimporte ausgegeben. „Wenn wir dieses Geld stattdessen in Klimaschutz in der Schweiz investieren, profitieren unsere Wirtschaft und die Umwelt“, so Hofstetter. „Der Bundesrat kann die Schweiz vorwärts bringen, wenn er auf ambitionierte Klimapolitik setzt und das CO2-Reduktionsziel für 2020 von 20 auf 40 Prozent erhöht.“

Insgesamt bietet das Länderrating weiterhin ein düsteres Bild: Selbst die Klimapolitik der besten Länder genügt nicht, um das Ziel von maximal 2 Grad Erwärmung zu erreichen. Weil alle Länder inklusive der Schweiz ungenügend sind, wurden die Plätze 1-3 im Klima-Länderrating erneut nicht vergeben. Insgesamt erfasst das Rating des Climate Action Networks (CAN Europe) und der Entwicklungsorganisation Germanwatch 58 Länder. Hinter Dänemark sind auch Grossbritannien, Portugal und Schweden vorne dabei. Schlusslicht ist erneut Saudi Arabien. Die USA sind genauso im letzten Drittel zu finden wie China. Immerhin hat China einige Plätze gut gemacht – ein kleiner, aber wichtiger Lichtblick.

Rangliste:
1.-3. Nicht vergeben
4. Dänemark
5. Grossbritannien
6. Portugal
7. Schweden
8. Schweiz
9. Malta
10. Frankreich
19. Deutschland
43. USA
46. China
61. Saudi Arabien

Medienmitteilung WWF

Bild: *christopher* [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons

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