Hurricane_Isabel_14_sept_2003_1445Z

Klima-Index: Arme Länder sind arm dran

  • Sophie Ryser
  • -

Passend zu der im Moment stattfindenden Klimakonferenz in Polen wurde der neunte Globale Klima-Risiko-Index von Germanwatch veröffentlicht. Dieser gibt an, welche Länder von Klimaphänomenen wie Stürmen, Überschwemmungen, Hitzewellen etc. besonders betroffen sind. Dabei werden die Verluste an Menschenleben sowie die direkten ökonomischen Verluste durch die Wetterextreme erfasst.

Letztes Jahr waren Haiti, die Philippinen und Pakistan am stärksten betroffen. Haiti hatte noch immer unter den Auswirkungen des verheerenden Erdbebens im Jahr 2010 zu kämpfen, da wurde es von Hurrikan Sandy getroffen. Die Philippinen landen auf Platz zwei, obwohl der Taifun Haiyan, welcher gerade erst enorme Schäden angerichtet hat, gar noch nicht im Index erfasst wurde. Immer wieder suchen Taifune das Land heim. Pakistan liegt an dritter Stelle. Dieses Land hatte in letzter Zeit vor allem mit starken Überschwemmungen zu kämpfen.

Wenn man das Gesamt-Ranking über die letzten 20 Jahre betrachtet, finden sich in den Top Ten ausschliesslich Entwicklungsländer. An der Spitze liegen Honduras, Myanmar und Haiti. Es sind also einige der ärmsten Länder, welche durch Umweltkatastrophen, die durch den Klimawandel zunehmen, am stärksten betroffen sind. Weltweit starben in dieser Zeit mehr als 530’000 Menschen und es entstanden Schäden von mehr als 2,5 Billionen US-Dollar.

Im 20-jährigen Durchschnitt liegt die Schweiz auf Platz 33. Gut in Erinnerung sind hier zum Beispiel der Sturm Lothar im Jahr 1999 oder die Hitzewelle im Jahr 2003. Unter den Industrienationen liegen Länder der UN-Region Osteuropa, zu denen auch der Gastgeber der Klimakonferenz gehört, weit vorne im Ranking. Doch paradoxerweise verfolgen ausgerechnet diese Länder wie Russland oder Polen eine schwache Klimapolitik und setzen weiterhin auf Kohle und Erdöl.

Es bleibt zu hoffen, dass dieser Bericht bei den Politikern nicht auf vollkommen taube Ohren stösst und an der Klimakonferenz endlich ein sinnvolles Abkommen zustande kommt. Nicht nur die Philippinen würden es ihnen danken.

Pressemitteilung Germanwatch

Bild: Jacques Descloitres, MODIS Rapid Response Team, NASA/GSFC [Public domain], via Wikimedia Commons

Beitrag kommentieren