Uferschwalbe an einem Steilhang. @ Frank Vassen [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com
Uferschwalbe an einem Steilhang. @ Frank Vassen [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com

Kleine Sensation: Die Uferschwalbe kehrt an die renaturierte Thur zurück

  • Julia Hatzl
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Als kleine Sensation wird die Rückkehr der seltenen Uferschwalbe an die renaturierte Thur gesehen. Seit über 100 Jahren ist es der erste Brutnachweis in einem natürlichen Habitat im Zürcher Weinland.

Matthias Griesser, Präsident des Andelfinger Naturschutzvereins, verfolgte während der letzten Monate gespannt, was für Arten sich in der Umgebung der Thur alles blicken liessen. Durch die im Zuge der Renaturierung entfernten Längsverbauungen konnte sich wieder eine natürliche Dynamik des Flusslaufs einstellen und die Thur mehr von ihrem ursprünglichen Erscheinungsbild zurückgewinnen.  Eine sehr erfreuliche Beobachtung konnte Matthias im Mai machen: Uferschwalben kehrten an die Thur zurück.

Die Uferschwalbe wird zu den verletzlichen Arten der Schweiz gezählt. Das bedeutet, dass sie noch nicht gefährdet ist, die Population noch weit verbreitet aber regional stark zurückgegangen ist. In der Schweiz wird der Bestand auf ca. 4’000 – 4’750 Brutpaare geschätzt. Die Uferschwalbe baut ihre Nester in Steilwänden an Fliessgewässern und Kiesgruben und bildet dort Kolonien. Während der Wintermonate zieht sie zum Überwintern in den Süden.

Zwei Uferschwalbenpaare machten es sich diesen Frühling an der Thur gemütlich und begannen an den durch Hochwasser neu entstandenen Steilufern Höhlen zu bauen. Seit über 100 Jahren ist es der erste Nachweis von Uferschwalben in einem natürlichen Prallhang der Thur. Insgesamt bauten die Brutpaare in der ersten Maihälfte fünf Höhlen, von denen schlussendlich zwei als Bruthöhlen genutzt wurden.

Uferschwalben-Höhlen; rechts ist ein Vogel beim Höhlenbau zu erahnen. @ Matthias Griesser
Uferschwalben-Höhlen; rechts ist ein Vogel beim Höhlenbau zu erahnen. @ Matthias Griesser | Zum Vergrössern bitte anklicken.

Neben den Bruthöhlen der Uferschwalben fand auch der Eisvogel Platz für seine Jungen.

Steilwand mit Uferschwalben-Höhle (rechts) und Eisvogel-Höhle (links). @ Matthias Griesser
Steilwand mit Uferschwalben-Höhle (rechts) und Eisvogel-Höhle (links). @ Matthias Griesser | Zum Vergrössern bitte anklicken.

Anfang Juli konnte Matthias Griesser die ersten Jungtiere beobachten. Mit hungrigen Mäulern warteten die Jungvögel am Höhleneingang auf die Rückkehr der Eltern. Sie wurden eifrig gefüttert und verliessen am 10. Juli ihre Nester, um fortan zusammen mit den Adultvögeln über der Thur zu jagen.

Eine junge Uferschwalbe wagt einen Blick aus dem Nest. @ Matthias Griesser
Eine junge Uferschwalbe wagt einen Blick aus dem Nest. @ Matthias Griesser | Zum Vergrössern bitte anklicken.
Eltern bei der Fütterung. @ Matthias Griesser
Altvogel bei der Fütterung. @ Matthias Griesser | Zum Vergrössern bitte anklicken.

Die Uferschwalbe ist der lebende Beweis dafür, wie wichtig Gewässerrenaturierungen sind. Mit Spannung lässt sich in die faunistische und floristische Zukunft der Thur blicken. Es ist sehr erfreulich, dass die Schwalbenart die renaturierte Thur so schnell wieder besiedelt und es lässt darauf hoffen, dass noch viele weitere Individuen an die Thur zurückkehren werden.

Um über die Neuigkeiten und Aktivitäten an der Thur auf dem Laufenden gehalten zu werden, wagen Sie doch einen Blick auf die Website der NATHURBILDUNG.

 

1 Kommentar

  • Veronika Egli

    Habe das sofort auf facebook geteilt! Das lässt mein Herz höher schlagen: Eine positive Meldung zur Vogelpopulation!

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