kranke Äsche

Klage für die Rettung des Doubs

  • Dominique Haiden
  • -

kranke ÄscheDem Doubs geht es dreckig, doch die Behörden bleiben passiv. Jetzt haben WWF, Pro Natura und der Schweizerische Fischerei-Verband SFV genug. Um den einzigartigen Fluss im Jura zu retten, haben sie beim Europarat Klage gegen die Schweiz eingereicht.

Der Doubs stirbt und mit ihm einzigartige Fische wie der Roi du Doubs. Schuld an der Misere im bekannten Grenzfluss zwischen Frankreich und der Schweiz sind Verschmutzungen und extreme, durch die Wasserkraftnutzung verursachte Wasserstands-Schwankungen (Schwall-Sunk). Deshalb protestierten im vergangenen Mai über 1000 besorgte Menschen aus Frankreich und der Schweiz im jurassischen Grenzort Goumois gemeinsam gegen den langsamen Tod des Doubs (naturschutz.ch berichtete). Jetzt doppeln WWF, Pro Natura und der Fischereiverband nach: Sie klagen beim Europarat in Strassburg gegen die Schweiz und Frankreich. „Wenn wir jetzt nichts unternehmen, verkommt der Doubs endgültig zur Kloake“, warnt Thomas Ammann, Fischexperte beim WWF Schweiz.

„Im Fall des Doubs wird unserer Ansicht nach die Berner Konvention verletzt, welche den Roi du Doubs als streng geschützte Tierart klassifiziert. Bis heute wurden keine wirkunsgsvollen Massnahmen zur Rettung dieser aussterbenden Art getroffen“, sagt Michael Casanova von Pro Natura. Seit 2003 ist dokumentiert, dass das Ökosystem im Doubs gestört ist, doch bislang haben die Behörden der Schweiz und Frankreich keine wirksamen Gegenmassnahmen getroffen. Die Fischer ärgern sich gewaltig über diese Passivität: „Bei jedem Besuch am Doubs finden wir tote Fische“, sagt Roland Seiler, Zentralpräsident des Schweizerischen Fischerei-Verbands.

Weitere Informationen

WWF Schweiz

Pro Natura

Schweizerischer Fischerei-Verband SFV

Bild: Patrice Malavaux (WWF Schweiz)

Beitrag kommentieren