© Agustín Povedano [CC-BY-SA-3.0], via flickr
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Kiebitznachwuchs im Kanton Schwyz

  • Roman Vonwil
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Das Umweltdepartment des Kantons Schwyz teilte einen seltenen Erfolg mit: Junge Kiebitze sind im Naturschutzgebiet Frauenwinkel geschlüpft. Im Rahmen des mehrjährigen Kiebitzförderungsprojekts der Stiftung Frauenwinkel zusammen mit dem Amt für Natur, Jagd und Fischerei und den Landwirten konnten diesen Sommer erstmals wieder – seit mehreren Jahren – flügge Jungvögel im Naturschutzgebiet Frauenwinkel beobachtet werden. Auch im Nuoler Ried am Oberen Zürichsee wurden bei elf Brutpaaren 15 Jungvögel flügge.

Der Kiebitz steht als von Aussterben bedrohte Vogelart auf der roten Liste der gefährdeten Arten. Grün­de dafür sind die Intensivierung der Landwirtschaft, die Verwaldung von geeigneten Brutflächen sowie das Erholungsbedürfnis des Menschen in der Natur. Damit die Kiebitze wieder erfolgreich brüten kön­nen, werden die Vögel im Kanton Schwyz mit gezielten Massnahmen gefördert.

Kiebitze legen zwischen März und Juni ihre Nester direkt auf dem Boden an und brüten während 30 Tagen meist vier Eier aus. Innert weniger Stunden schlüpfen alle Küken, verlassen sofort das Nest und gehen selbständig auf Nahrungssuche. Durch Massnahmen wie Information, Besucherlenkung, Ent­buschungen usw. konnte das Bewusstsein für den Kiebitz in der Bevölkerung in den letzten Jahren gestärkt werden. Als «Best Practice» hat sich das grossflächige Umzäunen von Kiebitz-Nestern her­ausgestellt. Durch diesen Nesterschutz mit handelsüblichen Weidezäunen können nächtliche Räuber wie Fuchs und Marder erfolgreich davon abgehalten werden, die Nester zu plündern.

Neben den Räubern drohen noch weitere Gefahren für die Kiebitze. Landwirtschaftliche Maschinen, welche für die Bewirtschaftung von Wiesen und Ackerland eingesetzt werden, bedeuten häufig den Tod der Jungvögel (Überfahren usw.). Der Kiebitz fühlt sich in Wiesen mit feuchten Mulden und offenen Bodenstellen oder in Äckern sehr wohl. Die Bewirtschaftung dieser Flächen findet im Frühling, während der Brutzeit statt, was Nester oder Küken gefährdet. Dank den in und um die Kiebitzgebiete tätigen Bewirtschaftern, konnte – in enger Zusammenarbeit mit der Stiftung Frauenwinkel – der mögliche Verlust durch Pflug und Traktor vermieden werden, weil sie auf den Einsatz dieser Maschinen während der kritischen Zeit verzichtet haben.

Zum Projektteam gehörten dieses Jahr auch engagierte Zivildienstleistende, welche die Arbeiten im Feld tatkräftig unterstützt haben. Dank dieser konstruktiven und positiven Zusammenarbeit mit den Bewirtschaftern und dem Projektteam konnten die Jungvögel im Nuoler Ried und im Frauenwinkel flügge werden. Die Kiebitzförderung soll 2015 weitergeführt werden.

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