Der Irawadi-Delfin ist praktisch ausgestorben. | © Stefan Brending, [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons
Der Irawadi-Delfin ist praktisch ausgestorben. | © Stefan Brending, [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons

Keinen Platz für den Irawadi-Delfin

  • Cécile Villiger
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Der stark bedrohte Irawadi-Delfin hat seinen Kampf ums Überleben in Laos offenbar verloren. Der WWF erklärte die Art in dem ostasiatischen Land für de-facto ausgestorben. Allein in diesem Jahr sei die Population, die in Laos ausschliesslich im Mekong-Fluss beheimatet ist, erneut um die Hälfte geschrumpft auf nun lediglich drei Individuen, für welche keine Hoffnung bestünden.

Als Hauptbedrohung für die Delfine und der wichtigste Grund für das Ableben der Population in Laos gilt die Fischerei. Immer wieder verfangen sich die Flussdelfine in sogenannten Kiemennetzen und ertrinken qualvoll. In weiten Teilen der Welt ist diese Art der Fischerei mittlerweile verboten. So auch in Kambodscha, wo die verbleibenden rund 80 Delfine im Mekong leben. Doch auch hier ist das Überleben der Tiere nicht gesichert. „Auch in Kambodscha verfangen sich immer wieder Delfine in illegalen Netzen. Hinzu kommt, dass die Belastung des Flusses durch Pestizide und Schwermetalle aus Landwirtschaft und Industrie nach wie vor hoch ist“, so Stefan Ziegler. „Soll der Mekong-Delfin eine Chance haben, muss der Fluss wieder zu einem sicheren Lebensraum der Tiere werden.“

Irawadi-Delfine kalben nur alle zwei bis drei Jahre. Die Tiere können mehr als 2,7 Meter lang und 150 Kilogramm schwer werden. Der Rückgang des Bestandes betrug im Jahr 2004 noch sieben Prozent, aktuell liegt er bei etwa 1,6 Prozent. Um die Überfischung und illegale Fischerei einzudämmen hat der WWF am Mekong mehrere Gemeindefischereien gegründet. Die Umweltschützer unterstützen auch 68 Flusswächter mit Ausrüstung und durch Ausbildung. Die Wächter sind auf 16 Posten entlang einer Flussstrecke von 150 km in Kambodscha verteilt und kontrollieren die Einhaltung des Fischereiverbots in den ausgewiesenen Delfingebieten. Um der lokalen Bevölkerung alternative Einkommensquellen zu bieten fördert der WWF außerdem den Öko-Tourismus und das Delfin-Watching.

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