Keine Verkleinerung von Bauzonen

  • Manuela Just
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Tourismus-, Städte- und Gemeindeverband sowie die kantonalen Baudirektoren unterstützen die Initianten der Landschaftsinitiative in ihrem Kernanliegen: zwingende Verkleinerung von zu grossen Bauzonen. Diese breit abgestützte Forderung verhallte in der Umweltkommission (UREK) des Nationalrates am 20. Februar jedoch ungehört. Ohne sie kann das Zersiedelungsproblem der Schweiz nicht gelöst werden.

Die nationalrätliche UREK beantragt dem Nationalrat, die Pflicht zur Verkleinerung überdimensionierter Bauzonen nicht in das revidierte Raumplanungsgesetz aufzunehmen. Eine knappe Mehrheit der nationalrätlichen UREK ignoriert damit nicht nur das Kernanliegen der Landschaftsinitiative und das Hauptproblem der schweizerischen Raumplanung. Sie schlägt auch die klare Empfehlung unter anderem der kantonalen Baudirektorenkonferenz (BPUK) in den Wind, die ständerätliche Version nicht zu verwässern, so Pro Natura. Diese Empfehlung wurde in einem gemeinsamen Brief an die Mitglieder der UREK-N ausserdem vom Städte-, vom Gemeinde- sowie vom Tourismusverband, der VLP- ASPAN, vom schweizerischen Ingenieur- und Architektenverein SIA, vom Fachverband Schweizer Raumplanerinnen und Raumplaner FSU sowie von der Trägerschaft der Landschaftsinitiative getragen.

Der Ständerat hatte die Pflicht zur Verkleinerung der zu grossen Bauzonen im Raumplanungsgesetz einstimmig verankert. Otto Sieber, Präsident der Landschaftsinitiative macht deutlich: «Ein Gegenvorschlag zur Landschaftsinitiative ohne Berücksichtigung des Kernanliegens ist keine Lösung des Zersiedelungsproblems und damit kein valabler Gegenvorschlag.» Die Trägerschaft der Landschaftsinitiative zählt nun auf das Plenum des Nationalrats, das am 1. März 2012 entscheidet.

www.pronatura.ch

Bild: Andrew Bossi (Wikimedia Commons)

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