Mt_Herschel,_Antarctica,_Jan_2006

Keine Schutzgebiete in der Antarktis

  • Sophie Ryser
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In der australischen Stadt Hobart auf Tasmanien wurden ein zweiwöchiges Treffen der Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis (CCAMLR) abgehalten. Anwesend waren Vertreter der EU und 24 weiteren Einzelstaaten. Das Ziel war die Erschaffung zweier riesiger Meeresschutzgebiete in der Antarktis. Nun ist das ganze Vorhaben aber erneut gescheitert. Teilnehmer der Tagung berichten, dass Russland und China eine Einigung verhindert hätten. Denn es galt das Einstimmigkeitsprinzip. Bereits frühere Verhandlungen sind ohne Ergebnis verlaufen (wir berichteten).

Die CCAMLR hatte zwei Vorschläge vorgelegt, um die Fischerei in Gebieten von der fünffachen Grösse Frankreichs zu verbieten. Zudem wollten Australien und die EU ein Schutzgebiet von 1,6 Millionen Quadratkilometern im Indischen Ozean errichten. Und die USA und Neuseeland sprachen sich für ein 1,25 Millionen Quadratkilometer grosses Schutzgebiet im Rossmeer auf der Pazifikseite der Antarktis aus, einem der intaktesten Ökosysteme des Planeten.

Das Projekt hätte zum Schutz tausender Tierarten beigetragen. Laut Umweltschützern leben in diesen Gebieten etwa 16’000 bekannte Tierarten wie Wale, Robben, Albatrosse, Pinguine und verschiedenste Fischarten. Auch zahlreiche Prominente hatten sich für das Projekt engagiert, eine entsprechende Petition von Hollywood-Star Leonardo DiCaprio wurde von mehr als einer Million Menschen unterschrieben. China und Russland fürchteten aber die Beschränkungen für die Fischerei, wodurch nun alle Hoffnungen der Umweltschützer zunichte gemacht wurden.

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Bild: Andrew Mandemaker [CC-BY-SA-2.5], via Wikimedia Commons

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