Ferkel Hausschwein

Keine Förderung von Qualzuchten

  • Nora Kieselbach
  • -

Wie schweizerbauer.ch berichtet, fordert der Schweizer Tierschutz STS im Rahmen der Anhörung zur Totalrevision der Tierzuchtverordnung die Verknüpfung der staatlichen Zuchtförderung mit tierschutzkonformen Zuchtzielen.

Gestützt auf das Landwirtschaftsgesetz fördert der Bund mit jährlich rund CHF 34 Mio. die einheimische Nutztierzucht – was nach Meinung des Schweizer Tierschutz STS auch sinnvoll und grundsätzlich unbestritten ist. Es dürfe jedoch nicht sein, dass die Landwirtschaft den Irrweg einseitiger Hochleistungszuchten infolge staatlicher Förderung noch stärker beschreitet als dies bereits heute der Fall ist und dabei „leistungsabhängige Gesundheitsstörungen“ der Tiere bewusst in Kauf nimmt. „Das Tierschutzgesetz verlangt von der Tierzucht gesunde, unbeeinträchtigte Tiere, die sich sich artgemäss verhalten können. Daran hat sich auch die Landwirtschaftsgesetzgebung zu halten“, schreibt der STS.

Der STS kritisiert zudem die einseitige Hochleistungszucht etwa bei Masthühnern und Truten. Dort würden Tiere auf den Markt gebracht, die sich nicht mehr artgerecht verhalten und bewegen könnten und durch das übermässige und einseitige Muskelwachstum ständig unter Schmerzen litten.

Und auch in der Schweine- und  Rindviehzucht gibt es laut STS Probleme: mit der Zucht von superfruchtbaren Sauen würden immer mehr Ferkel geboren – teilweise mehr, als die Sau Zitzen aufweist. Als Folge davon kämen auch immer häufiger sogenannte Kümmerer zur Welt und die Tiergesundheit bei Muttertier und Ferkeln leide. In der Rindviehzucht wird dafür infolge der einseitigen Zucht auf extrem hohe Milchleistung die Ausmast von nicht zur Zucht benötigten Kälbern immer unwirtschaftlicher. Die Stimmen, die eine sofortige Tötung der neugeborenen Kälber wie in Neuseeland oder Italien fordern, um sich die unrentable Ausmast zu sparen, werden immer lauter.

Der STS fordert daher, dass eine derart fehlgeleitete Tierzucht nicht auch noch durch den Bund mit Steuergeldern gefördert werden soll. Im Gegenteil: bei der Nutztierzuchtförderung bedürfe es klare Leitplanken, welche der Gesundheit der Tiere einen grösseren Stellenwert einräumen.

Weitere Informationen

Tierzuchtverordnung

Schweizer Tierschutz STS

Bild: 4028mdk09 [CC-BY-SA-3.0] via Wikimedia Commons

Beitrag kommentieren