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Keine Delfinvorstellungen in der Schweiz

  • Daniela Cervenka
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Gestern fand die letzte Delfinvorstellung in der Schweiz statt. Zwei Jahre nachdem die beiden deutschen Tierschutzorganisationen Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) und ProWal begonnen hatten etliche Mängel und Todesfälle im Delfinarium des Vergnügungsparks Connyland in Lipperswil zu kritisieren.

Rund 30 Delfine starben

Nachdem innerhalb weniger Tage im November 2011 zwei Delfine starben, prangerten die beiden Tierschutzorganisationen „katastrophale Haltungsbedingungen“ im Connyland-Park an. Rund 30 Delfine starben seit Bestehen des Delfinariums, wie in der Pressemitteilung des WDSF zu lesen ist. Das WDSF und ProWal konnten eine Parlamentarierin des Schweizer Nationalrats überzeugen, einen Regierungsantrag zu einem vollständigen Importverbot von Delfinen einzubringen. National- und Ständerat folgten dem Antrag im Frühjahr 2012. Die Tierschützer hatten dem Nationalrat zuvor interne medizinische Berichte eines Ex-Delfintrainers aus der Delfinanlage vorgelegt, aus der sich hohe Gaben von Antibiotikum und anderer Medikamente ergaben. Auch der Lärm einer benachbarten Diskothek wurde angeprangert.

Tierschützer haben Delfine vergiftet?

Connyland-Geschäftsführer und Pressesprecher Erich Brandenberger hingegen behauptete, dass die Tierschützer die Delfine vergiftet hätten, um das Delfinarium schließen zu lassen und handelte sich mit dieser starken Behauptung eine Strafanzeige des WDSF ein. Wie Naturschutz.ch bereits berichtete, wurde aufgrund einer durch die Universität Zürich durchgeführten Autopsie eindeutig festgestellt, dass die zwei Delfine welche 2011 ums Leben kamen, an einer Anitbiotikumvergiftung gestorben sind und nicht an einer etwaigen Vergiftung durch Tierschützer.

Wo sind die Delfine nun?

Der WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller freut sich über das Ende der Delfin-Show in der Schweiz: „Wir sind froh, das wir wieder einmal Teil der Ursache einer Delfinarienschließung sind. Durch das Importverbot bleibt es vielen Wildfängen und Nachzuchten erspart, den Rest ihres Lebens ihr Dasein in trister Gefangenschaft zu verbringen. Bereits im letzten Jahr hatten wir dem Connyland vorgeschlagen, die drei verbliebenen Meeressäuger in einer menschenbetreuten Meeresbucht unterzubringen, damit sie wenigstens für den Rest ihres Lebens ein würdiges Dasein führen können.“

Jedoch schweigt Erich Brandenberger beharrlich über den Verbleib der Tiere, weil er nach eigener Aussage von Tierschützern bedroht worden sei. Ortmüller widerspricht: „Von unserer Seite ist das natürlich Blödsinn und stellt sich mal wieder als Schutzbehauptung dar, weil das Connyland vermutlich Angst hat, dass die Tiere bei einem unsachgemäßen Transport verletzt werden könnten. Dann sind wahrscheinlich wieder die Tierschützer Schuld.“

Bild: WDSF

3 Kommentare

  • Rüdiger Hengl

    @ Daniela
    Es gibt keine von Menschen betreute Meeresbucht, in die sich die im Delfinarium geborenen Tiere auswildern ließen. Bei der Angedachten Bucht in Marokko geht doch gar nichts voran.

    Für AUSGEWOGENE Informationen zu Delfinen empfehle ich im Gegenzug die Seite http://www.meeresakrobaten.de

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  • Daniela Cervenka

    Salut Rüdiger,
    ich denke nicht, dass es mit Aus den Augen aus dem Sinn so einfach gesagt ist. Herr Ortmüller hatte ja vorgeschlagen die Delfine in eine Meeresbucht unterzubringen, damit sie wenigestens noch ein schönes Leben haben. Jedoch werden die Tiere angeblich in andere Delfinarien untergebracht. Doch wann und und wohin sie transportiert werden, ist nicht klar. Das WDSF bleibt jedoch nicht untätig, sondern macht alles mögliche, um die Delfinarien zu schliessen.

    Ebenfalls zeigt auch die Weitergabe der Delfine vom Connyland an andere Delfinarien, dass Herr Brandenburger nicht verstanden hat, dass es bei der Schliessung des Delfinariums um das Wohl der Tiere geht. Sie werden in engstem Raum gehalten zur Belustigung des Menschens.

    Für weitere Informationene bezüglich dem WDSF, empfehle ich ihre Webseite http://www.wdsf.de

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  • Rüdiger Hengl

    So so, Jürgen Ortmüller freut sich also, dass Connyland geschlossen wird. Und was passiert nun mit den Connyland-Delfinen Chicky, Angel und Secret nun? Da hat der angebliche „Tierschützer“ keinen Plan! Aus den Augen, aus dem Sinn! Eine merkwürdige Art, Tierschutz zu betreiben.

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