Wolf, Wolfsohr

Keine Angst vor dem bösen Wolf

  • Nora Kieselbach
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Seit Anfang September ist bekannt, dass in der Region Calanda im Grenzgebiet zwischen den Kantonen Graubünden und St. Gallen das erste Schweizer Wolfsrudel seit über 150 Jahren lebt (naturschutz.ch berichtete). Diese für viele erfreuliche Entwicklung beunruhigt jedoch andererseits manchen Kleinviehhalter, wie die Gruppe Wolf Schweiz GWS mitteilt.

Mit der Rudelbildung ist die Wiederbesiedlung der Schweiz durch den Wolf in eine neue Phase getreten. Den Beginn markierten 1995 einwandernde Rüden (Männchen), seit 2002 sind Fähen (Weibchen) nachgewiesen und nun seit September 2012 auch wieder das erste Rudel. Diese erfreuliche Entwicklung des Wolfsbestandes beunruhigt zunehmend jedoch die Besitzer von Kleinvieh, namentlich die Schafhalter. Oft jedoch laut GWS unbegründet, denn die Rudelbildung kann das Konfliktpotential in verschiedener Hinsicht auch entschärfen, wie langjährige Erfahrungen aus dem benachbarten Ausland zeigen. So jagen Rudel effizienter als Einzelwölfe und können gar Wildschweinbestände dezimieren. Zudem sind Rudel standorttreuer, was den Herdenschutz aufgrund der räumlichen Berechenbarkeit erleichtert. Eine erhöhte Gefährdung für Menschen kann ausgeschlossen werden; einzig Grossvieh könnte in Zukunft stärker gefährdet sein.

Weitere Informationen

Gruppe Wolf Schweiz GWS

Bild: Harlequeen from Cambridge, United Kingdom [CC-BY-2.0] via Wikimedia Commons

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