© BlueRidgeKitties [CC-BY-SA-3.0], via flickr
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Kein wissenschaftlicher Konsens zur Unbedenklichkeit von Gentech-Pflanzen

  • Kathrin Ruprecht
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In der Industrie und Wirtschaft wird immer wieder propagiert, gentechnisch veränderte Pflanzen seien unbedenklich für Mensch und Umwelt. Nun warnt aber ein von 300 Wissenschaftlern unterzeichnetes Positionspapier vor der Verharmlosung der Agro-Gentechnik. Mehr Studien und Zugang zu Daten von Industrie und Behörden sind nötig um die möglichen Langzeitrisiken einschätzen zu können.

Der Artikel, mit der Hauptaussage, dass keine Einigkeit unter den Wissenschaftlern bezüglich der Ungefährlichkeit von genmanipulierten Organismen besteht, wurde von über 300 Wissenschaftlern und Experten unterschrieben. Es ist frei zugänglich auf enveurope.com und weitere Unterschriften können beigefügt werden.

Unterstützt wird das Positionspapier zum Beispiel vom European Network of Scientists for Social and Environmental Responsibility (ENSSER) und Wissenschaftlern verschiedener Universitäten sowie der ETH Zürich. Die Autoren und die Unterzeichnenden wollen damit den Behauptungen einiger Entwickler von gentechnisch veränderten Pflanzen widersprechen, welche von einem wissenschaftlichen Konsens über die Ungefährlichkeit von gentechnisch veränderten Pflanzen ausgehen.

Die Behauptung gäbe eine falsche Sicherheit und sei irreführend. Mit ihrem Artikel wollen sie die unabhängige Forschung über die Sicherheit dieser Pflanzen vorantreiben, welche mit einem angeblichen Konsensus stagnieren würde. Es konnte gezeigt werden, dass es genau so viele Studien gibt, welche die Sicherheit gentechnisch veränderter Pflanzen nachweisen wie ablehnen. Ausserdem sei eine Vielzahl der positiv bewertenden Studien von Biotechnologie-Unternehmen durchgeführt worden.

Weiter wird im Artikel die Behauptung kritisiert, dass der Verzehr gentechnisch veränderter Pflanzen ohne Nebenwirkung sei. Tatsächlich werden solche Pflanzen in den USA häufig von Mensch und Tier konsumiert. Aber ob Nebenwirkung auftreten, kann nicht nachgewiesen werden, da keine Deklarationspflicht von genetisch veränderten Pflanzen besteht.

Wie die Befürwortung von wissenschaftlicher Seite sei auch die Zustimmung von Regierungsgremien nicht so einheitlich wie oft behauptet wird. Verschiedene Beispiele von kritischen Stimmen werden im Artikel besprochen, wie die der British Medical Association oder der American Medical Association. Diese Stimmen stellen fest, dass viele Fragen offen bleiben und tatsächlich ein geringes Potential für negative Effekte bestehen bleibt. Ein solches kann aufgrund der allgegenwärtigen Präsenz genetisch veränderter Pflanzen doch signifikant werden.

Weitere Punkte wie Mangel an verfügbaren Langzeitstudien, Zitierung von Studien für die Befürwortung, die gar nicht Risiken untersuchen und mangelnder Konsens hinsichtlich möglicher Umweltrisiken werden kritisiert. Die Autoren schlussfolgern, dass viele Fragen bezüglich gentechnisch veränderter Pflanzen offen bleiben. Ein Entscheid, gentechnisch veränderte Pflanzen zu nutzen, sollte die Öffentlichkeit einschliessen, aber durch solide wissenschaftliche Ergebnisse abgestützt sein.

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