Vincent van Gogh [Public domain], via Wikimedia Commons
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Kein Torf im Topf!

  • Eliane Küpfer
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Es ist wieder Zeit zum gärtnern und pflanzen und wie jedes Jahr brauchen wir frische Aussaatserde, Blumentopferde und Gartenerde. Die Auswahl im Fach- und Detail- handel ist riesig und noch immer bildet in den meisten angebotenen Erdprodukten Torf den Hauptbestandteil. Das ist fatal, denn beim Torfabbau werden nicht nur ganze Ökosysteme zerstört, es ist auch schlecht fürs Klima. Torf besteht aus abgestorbenem Torfmoos aus dem Hochmoor, das wegen der hohen Feuchtigkeit nicht zersetzt wird. Torf ist also ein jahrtausende alter Kohlendioxidspeicher: trocknet die Erde jedoch aus, beginnt sich das Moos abzubauen und es wird Kohlendioxid freigesetzt. Laut Pro Natura speichern die heutigen Moore doppelt so viel Kohlendioxid wie alle Wälder der Erde zusammen.

Zudem haben Moore weitere wichtige ökologischen Funktionen. Sie bilden Lebens- räume, Brutstätten und Rastplätze für Vögel, Amphibien oder seltene Pflanzenarten. Ausserdem können intakte Moore wie Schwämme viel Wasser speichern und so Überschwemmungen vorbeugen.

Torf im Garten braucht es nicht!
Der NABU Deutschland ruft zu einer torffreien Gartensaison 2013 auf, um das Thema Moorschutz stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. Tatsächlich sei die Verwendung von Torf im Garten auch schlecht für die Bodenqualität, weil Torf extrem nährstoffarm ist und zudem die Bodenversauerung fördert. Es gibt gute Alternativen: am Besten ist noch immer die Verwendung von Kompost. Heute gibt es gute Systeme mit denen sich ein Haushalts-Kompost auch auf einem Balkon anset- zten lässt. Im Handel gibt es verschiedene torffreie Erdmischungen für Topfpflanzen. Torffreie Erde verbessert dauerhaft die Humus- und Nährstoffversorgung des Bodens, fördert die Bodenstruktur und unterstützt die wichtigen Bodenlebewesen. Auf Torf zu verzichten ist ganz einfach und zudem ein sinnvoller Beitrag um die Natur und das Klima zu schützen!

Hier ein paar Tipps von NABU und Pro Natura:

  • Achten Sie beim Kauf von Blumenerde auf die Aufschrift „ohne Torf“ oder „torffrei“!
  • Vorsicht: Die Bezeichnung „Bioerde“ ist keine Garantie für torffreie Erde! Daher immer auf die Inhaltsstoffe achten.
  • Torffreie Produkte gibt es heute für nahezu alle Anwendungsbereiche. Falls nicht, wählen Sie eine torffreie Universalerde und beachten Sie die Düngeempfehlungen auf der Verpackung.
  • Verzichten sie auf Pflanzenarten, die auf Torferde angewiesen sind, z.B. Azaleen und Rhododendren.
  • Kaufen sie Erde von einem regionalen Anbieter.

 

Bild: Vincent van Gogh [Public domain], via Wikimedia Commons

Pro Natura – auf torffreie Erde umstellen!

NABU-Aktion: Wir gärtnern ohne Torf!

Pro Natura – Moore

Balkonkompost – PDF

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