Kein Klimaschaden aus Graubünden!

  • Stefanie Pfefferli
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Ausserhalb Graubünden ist kaum bekannt, dass der Bündner Energieriese REPOWER im norddeutschen Brunsbüttel und im süditalienischen Saline Joniche mit Partnern für 4,5 Mrd. Euro zwei klimaschädliche Kohlekraftwerke mit einer installierten Leistung von 3120 Megawatt und einem jährlichen CO2 Ausstoss von 17.5 Millionen CO2 bauen will.

Die Repower AG, die bis Frühjahr 2010 Rätia Energie AG hiess, ist entscheidend an der Projektierung von zwei neuen, riesigen Kohlekraftwerken beteiligt. Eines dieser Kraftwerke soll in Deutschland gebaut werden (1820 MW, Brunsbüttel, Schleswig-Holstein), das andere in Italien (1320 MW, Saline Joniche, Kalabrien). Brunsbüttel ist das grösste projektierte Steinkohlekraftwerk in Europa. Wenn wie beabsichtigt verwirklicht, werden die beiden Kohlekraftwerke jährlich etwa 17,5 Millionen Tonnen CO2 ausstossen. Dies entspricht knapp über 40% des CO2-Ausstosses der Schweiz; oder es entspricht dem CO2-Ausstoss aller Motorfahrzeuge der Schweiz. Die Emissionen der beiden von Repower geplanten Kohlekraftwerke entsprechen dem 14-fachen des CO2-Ausstosses Graubündens. Die Verstromung von Kohle ist die klimaschädlichste aller energieindustriellen Aktivitäten. Die elektrische Leistung der beiden projektierten Kraftwerke ist fast so gross wie die Summe der Leistung aller Atomkraftwerke in der Schweiz. Bei beiden Projekten hält die Repower sehr grosse Anteile, bzw. die Mehrheit (Saline Joniche) an den jeweiligen Projektentwicklungsgesellschaften. Das Bündner Unternehmenist bei der Realisierung der beiden Kraftwerksprojekte bestimmend und entscheidend. Betreffend Brunsbüttel und Saline Joniche untermauern die bekannten Fakten: Diese Neubauprojekte würden ohne die Teilnahme, wenn nicht Federführung durch die Repower nicht existieren (Saline Joniche) oder wären höchstwahrscheinlich bereits aufgegeben (Brunsbüttel).

In beiden geplanten Kraftwerken soll an Küstenstandorten importierte Steinkohle verfeuert werden. Beim Projekt in Deutschland ist die prädestinierte Herkunft der Kohle Kolumbien. Italien importiert fast alle Kohle, wobei die wichtigsten Herkunftsländer Indonesien, Südafrika, USA, Australien und Kolumbien sind. Die Repower hält bisher hartnäckig an seiner Absicht fest, die Projekte weiterzuentwickeln, zu realisieren oder zur „Entscheidungsreife zu bringen“, obschon: der Bau neuer Kohlekraftwerke nicht mit der 2-Grad-Grenze, also nicht mit den minimalistischen Klimaschutzzielen der UNO oder der Schweiz vereinbar ist; Die Bevölkerung des Kantons überwiegend Strom aus Kohlekraftwerken ablehnt; Viele Deutsche und diverse Schweizer Elektrizitätswerke, die sich am Kraftwerk in Brunsbüttel beteiligen wollten, sich vom Projekt distanziert haben. sich verschiedene Organisationen, Wissenschafter und Parteien gegen die Pläne der Repower zum Bau von Kohlekraftwerken ausgesprochen haben; Die Projekte mit enormen wirtschaftlichen Risiken verbunden sind.

Der Kanton Graubünden besitzt 46% der Repower Aktien; die AXPO-Tochtergesellschaft EGL und Alpiq halten zusammen weitere 46%. Währenddem die Bevölkerungen in Graubünden, Brunsbüttel und Saline Joniche die Projekte ablehnen, habe sich die Regierung und das Parlament Graubündens noch nie gegen die Projekte ausgesprochen. Repower betreibt bereits ein Gaskraftwerk bei Neapel. Der Stromhandel in Italien und Deutschland stellt das Hauptgeschäft der Repower dar. Repower plant 2 grosse Pumpspeicherwerke: Lagobianco, in Graubünden (1000 MW), und Campolattaro bei Neapel (600 MW).

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