Kastration ohne Betäubung abgeschafft

  • Gavino Strebel
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schweineEndlich! Eine jahrzehntelange Tierquälerei – die Ferkelkastration ohne Betäubung – ist per 1.1.2010 abgeschafft worden, freut sich KAGfreiland, die schweizerische Nutztierschutz-Organisation. Ein rund 15-jähriger Kampf gegen die qualvolle Kastration von jährlich 1,3 Millionen Ferkeln ging damit zu Ende.

So erfreulich das Verbot ist, so enttäuschend sind die angewandten Alternativen. Die beiden tierschonendsten Alternativen – Ebermast und Impfung – werden höchst selten praktiziert. Mehr als die Hälfte der Schweinezuchtbetriebe kastriert mittels der nicht unproblematischen Gasnarkose, der Rest wendet die noch kritischere Injektionsnarkose an.

Am tierfreundlichsten ist der Verzicht auf die Kastration, die sogenannte Ebermast. Die männlichen Ferkel, die Eber, bleiben unversehrt. KAGfreiland beweist, dass die Ebermast funktioniert. Aus Eberfleisch können hervorragende Rohess-Produkte hergestellt werden. In England, Irland, Portugal, Spanien, aber auch in Deutschland und Holland wird Eber-Frischfleisch verkauft. Warum nicht auch in der Schweiz?

In der Schweiz werden die männlichen Ferkel routinemässig kastriert, um zu verhindern, dass unangenehmer Ebergeruch entsteht. Die Kastration erfolgte bis anhin ohne jegliche Betäubung. Gemäss eidg. Tierschutz-Verordnung (Art. 224) ist die betäubungslose Kastration nun seit dem 1.1.2010 nicht mehr erlaubt. Vom Verbot profitieren jährlich rund 1,3 Millionen männliche Ferkel. Neben Norwegen ist die Schweiz das einzige Land, das diese Tierquälerei gesetzlich verboten hat. Doch in der Schweiz wird auch in Zukunft Schweinefleisch von betäubungslos kastrierten Ferkeln gegessen. 10% des Schweinefleisch-Konsums werden durch Importe gedeckt. Schnitzel und Filets aus deutschem Schweinefleisch stammen in der Regel von betäubungslos kastrierten Tieren. Ebenso Salami, Rohschinken und Mortadella, hergestellt aus italienischem oder spanischem Schweinefleisch.

KAG Freiland

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