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Kanton Bern fordert Verlängerung des Gentech-Moratoriums

  • Judith Schärer
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Der Berner Grossrat hat vor kurzem die Standesinitiative zur Verlängerung des Gentechmoratoriums mit einem breit abgestützten Mehr überwiesen. Damit fordert der Agrarkanton Bern den Bund auf, das Gentechmoratorium bis 2021 zu verlängern und setzt ein starkes Zeichen für die gentechfreie Schweiz.

Der Vorstoss wurde unter anderem damit begründet, dass Schweizer Landwirtschaftsprodukte dank dem Verzicht auf Gentechnik erhöhte Chancen auf dem internationalen Markt gewinnen. Bereits 2008 hatte Bern beim Bund eine Standesinitiative zur Verlängerung des Gentechmoratoriums eingereicht. Das seit zehn Jahren bestehende Moratorium wurde bereits zweimal verlängert und dauert noch bis Ende 2017.

Koexistenz ist keine Lösung
Wie schon bei der ersten Moratoriumsverlängerung regt sich in den Kantonen Widerstand gegen den Ablauf des Gentech-Moratoriums Ende 2017. Mehrere Kantone diskutieren, ihr Territorium als gentechfrei zu erklären. Die Kantone TI und FR verbieten den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen bereits. Wie der Kanton Bern fordert auch der Kanton Waadt mit einer Standesinitiative den Bund zu einer Verlängerung des Gentechmoratoriums auf. Die Forderungen der Kantone sprechen eine klare Sprache: Gentechnik wollen weder die Konsumentinnen, noch die Bauern und Bäuerinnen. Die vom Bund im Jahr 2013 vorgeschlagene Koexistenz-Verordnung lehnten die meisten Kantone ab. Sie sei keine Lösung für die Schweiz, erklärt die Kleinbauernvereinigung von Bern. Ein Nebeneinander von herkömmlichen Kulturen und gentechnisch veränderten Pflanzen sei ein praxisferner, kostenintensiver Vorschlag.

Moratorium verlängern – gentechfreie Schweiz stärken
Für die Zukunft muss die gentechfreie Schweiz gestärkt werden. Zahlreiche Unternehmen und Organisationen der Schweizerischen Land- und Ernährungswirtschaft haben die Charta der Qualitätsstrategie unterzeichnet. Die Charta fordert unter anderem: «Die Landwirtschaft verzichtet zur Nutzung von Marktchancen auf die Verwendung von gentechnisch veränderten Organismen.» Ein Moratorium ermögliche Handlungsspielraum für die Zukunft der Bauernbetriebe, verschliesse aber trotzdem nicht alle Türen für die Forschung, erklärt sich auch der Berner Bauernverband einverstanden.

Jetzt wird erwartet, dass auch auf Bundeseben die notwendigen Schritte zu einer gentechfreien Schweizer Landwirtschaft unternommen werden, nachdem sich die Kantone und viele land- und ernährungswirtschaftliche Organisation derart klar aussprechen.

 

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