Blauwal

Kampf für die Grossen Grauen

  • Nora Kieselbach
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Anfang Juli findet in Panama die 64. jährliche Konferenz der Internationalen Walfang-Kommission IWC statt. Auch der WWF ist vor Ort, um für die Anliegen der Wale zu kämpfen. Unter anderem setzt er sich für die letzten 130 westpazifischen Grauwale ein, wie WWF Schweiz auf seiner Homepage schreibt.

Vor der russischen Insel Sachalin leben nur noch 130 Exemplare der stark bedrohten westpazifischen Grauwal-Population, davon weniger als 30 fortpflanzungsfähige Weibchen. Die Meeressäuger, welche eine Länge von 13 bis 15 Metern erreichen können, finden ihre Nahrung ausgerechnet in dem Gebiet, wo die „Sakhalin Energy Investment Company“ eine neue Ölplattform plant.

Die Bohrungen verursachen, neben einer zunehmenden Umweltverschmutzung durch auslaufendes Öl, enormen Lärm; Dieser Lärm könnte die Grauwale, die sich mittels Schallwellen orientieren und kommunizieren, von ihren überlebenswichtigen Futterquellen vertreiben. Die seichten Gewässer nahe Sachalin sind zudem die einzigen Gewässer, wo die Kälber von ihren Muttertieren lernen, wie man frisst.

Anfang 2012 hat der WWF weltweit eine Petition gestartet, um die letzten 130 Grauwale der westpazifischen Population zu schützen. Allein in der Schweiz appellierten über 3000 Menschen per Mail an Credit Suisse CEO Brady Dougan, gegen eine weitere Ölplattform Stellung zu beziehen. Die Credit Suisse ist eine von mehreren Banken, die das Ursprungsprojekt finanziert haben und steht damit auch in der Verantwortung, dass es nicht zu einem weiteren Ausbau der Ölplattformen vor Sachalin kommt.

Weltweit haben sich über 26’000 Menschen für den Schutz der Grauwale und gegen weitere Ölplattformen eingesetzt, indem sie die Banken zu keiner weiteren Finanzierung aufgerufen haben. Mit Erfolg: Die Entscheidung über den Bau einer weiteren Ölplattform wurde auf 2014 vertagt.

Die Bewegungen des mit einem Sender ausgestatteten Walweibchens Varvara können übrigens, wöchentlich aktualisiert, im Internet verfolgt werden.

Weitere Informationen

WWF Schweiz

Bild: © naturepl.com /Mark Carwardine / WWF

1 Kommentar

  • Antonietta

    Wir nennen ihn den „Blauen Planeten“, aber nur 1,3% der Weltmeere stehen unter Schutz – und auch das großteils nur auf dem Papier. Bei näherem Hinsehen findet man heraus, dass tatsächlich weniger als 0,1 % zu strikten Schutzzonen erklärt sind.
    Jeden Tag sterben Wale und Delfine durch Schiffskollisionen, zunehmenden Unterwasserlärm, Ölkatastrophen, als Beifang in Fischernetzen und in manchen Fällen sogar an Nahrungsknappheit. Der Klimawandel könnte die Situation noch verschlimmern.
    64% der Weltmeere und ein Großteil der Lebensräume von Walen und Delfinen liegen auf hoher See – außerhalb des Rechtsbereiches von Einzelstaaten. Doch hier gibt es nur sehr wenige Schutzgebiete – nämlich 5.

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