Kampagne Wintersport und Wildtiere

  • Gavino Strebel
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schneehuhn_sutterWintertouren in einsam verschneiten Landschaften, abseits vom Rummel der Pisten, werden immer beliebter, wie sich auch an den jährlich wachsenden Verkäufen von Schneeschuhen zeigt. Aber die Winterlandschaft wird auch von Wildtieren wie Gämse, Hirsch oder Alpenschneehuhn bewohnt. Diese müssen im Winter haushälterisch mit ihrer Energie umgehen: Kälte, knappe Nahrung und grosse Schneemengen erschweren das Überleben. Nähert sich eine Schneeschuhläuferin oder ein Tourenskifahrer, müssen die Wildtiere flüchten. Das kostet sie wertvolle Energie. Je öfter sie gestört werden, desto schwerwiegender sind die Folgen: Die Tiere können an Erschöpfung sterben, die Fortpflanzung wird beeinträchtigt und der Nahrungsbedarf steigt. Dadurch kann wiederum der Lebensraum wegen Verbiss an Jungbäumen Schaden nehmen.

Das Bundesamt für Umwelt BAFU und der Schweizer Alpen-Club SAC haben am 1. Dezember 2009 anlässlich einer Medienkonferenz in Bern die schweizweite Kampagne „Respektiere deine Grenzen“ lanciert. Sie soll Wintersportlerinnen und -sportlern zeigen, wie sie Freizeitaktivitäten in freier Natur geniessen können, ohne die Wildtiere zu stören. Zentrales Element der Kampagne sind folgende vier einfachen Regeln, die es zu beachten gilt:

* Beachte Wildruhe- und Wildschutzgebiete: Wildtiere ziehen sich dorthin zurück.

* Bleibe im Wald auf den markierten Routen und Wegen: So können sich Wildtiere an Wintersportler gewöhnen.

* Meide Waldränder und schneefreie Flächen: Sie sind die Lieblingsplätze von Wildtieren.

* Führe Hunde an der Leine, insbesondere im Wald: Wildtiere flüchten vor freilaufenden Hunden.

Dank diesen Regeln und zusätzlichen Markierungen im Gelände entstehen Rückzugsräume für Wildtiere und Wintersportlerinnen und -sportler können weiterhin unberührte Winterlandschaften geniessen.

Die Kampagne wird unterstützt von einer breiten Trägerschaft aus Sport, Handel, Tourismus, Jagd, Landschafts- und Naturschutz. Da Wintersport zunehmend über die Landesgrenzen hinaus betrieben wird, ist die Kampagne mit Österreich koordiniert. Eine Ausbreitung in weitere Alpenländer ist geplant.

Kampagne Respektiere deine Grenzen

BAFU

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