Orang- Utan

Junge Mütter

  • Stefanie Pfefferli
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Wiederangesiedelte Orang-Utan-Weibchen bekommen früher Nachwuchs als wilde Artgenossen. Auch sind die Reproduktionsintervalle kürzer als in Wildpopulationen. Beides könnte auf die höhere Energiezufuhr aufgrund von Zufütterung der Tiere zurückzuführen sein. Allerdings ist auch die Nachwuchssterblichkeit deutlich höher.

Orang-Utans sind hochgradig bedroht, denn auf den indonesischen Inseln Borneo und Sumatra schrumpft der Lebensraum der rothaarigen Menschenaffen rasant. Für beide Arten versucht man daher mithilfe von Wiederansiedlungsprojekten zu retten was zu retten ist. Das heisst, Orang-Utans die beispielsweise aus illegaler Privathaltung beschlagnahmt wurden, werden in aufwändigen Programmen in speziell dafür ausgesuchten Wäldern wieder angesiedelt. Der Japaner Noko Kuze und Kollegen haben Daten aus sieben solcher Auswilderungsgebiete auf Sumatra und Borneo untersucht, um zu sehen, ob der Reproduktionserfolg der wiederangesiedelten Orang-Utan-Weibchen mit dem vergleichbar ist, was man von wilden Artgenossen oder von Zootieren kennt.

Wie die Wissenschaftler jetzt in einer in der Fachzeitschrift Primates veröffentlichten Studie zeigten, bekommen wiederangesiedelte Orang-Utan-Weibchen früher Nachwuchs als wilde Artgenossen. Auch sind die Reproduktionsintervalle kürzer als in Wildpopulationen. Beides könnte auf die höhere Energiezufuhr aufgrund von Zufütterung der Tiere zurückzuführen sein. Allerdings ist auch die Nachwuchssterblichkeit deutlich höher. Dies führen die Wissenschafter auf die Unerfahrenheit der jungen Mütter zurück, die in der Regel selbst in Menschenhand aufgewachsen waren. Auch könnte die Übertragung von Krankheiten bei den wiederangesiedelten Tieren häufiger sein.

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Bild: Peter Pratje

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